Malchen (Amalie) Billigheimer

   
geboren am 11.06.1857 in Adelsheim (Baden)
Straße  Dürerstraße 14,ehem.20
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum28.12.1942
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 über Nürnberg nach Theresienstadt und dort am 28.12.1942 ermordet
   
Malchen (Amalie) Billigheimer war die Tochter des Chaim Hirsch Billigheimer in Adelsheim aus dessen zweiter Ehe mit Babette, geb. Heumann. Ihren Vater verlor sie im Alter von sieben Jahren. Wenige Jahre später folgte sie ihren Vettern Maier und Joseph Billigheimer nach Würzburg, wo diese 1873 die "Erste Würzburger Möbelfabrik Gebrüder Billigheimer" in der Fischergasse 1 (heute Dreikronenstraße 1) eröffnet hatten. Der Großbetrieb beschäftigte 138 "Maschinenarbeiter", nicht mitgerechnet die Angestellten in den "Ausstattungsmagazinen" Domstraße 14 und Franziskanergasse 2. Ob Malchen Billigheimer im Betrieb ihrer Verwandten beschäftigt war, wissen wir nicht.
Nach dem Tod der Brüder Billigheimer übernahm Josefs Schwiegersohn Siegfried Silbermann 1914 das Werk. Er verstarb 1922. Malchen Billigheimer blieb unverheiratet und zog 1907, mit 50 Jahren, in das jüdische Alten- und Pfründnerheim in der Dürerstraße.
Bei ihrer Deportation im September 1942 war sie 85 Jahre alt und erlag drei Monate später den unmenschlichen Lebensbedingungen in Theresienstadt.
   
Quelle Rainer Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 92;
Wolfgang Brückner (Hrsg.), Fränkisches Volksleben im 19. Jahrhundert. Wunschbilder und Wirklichkeit. Möbel - Keramik - Textil in Unterfranken 1814 bis 1914 [Begleitband zur Ausstellung des Mainfänkischen Museums Würzburg, des Instituts für Deutsche Philologie der Universität und des Bezirks Unterfranken vom 28. November 1985 bis 13. April 1986], Würzburg, 1985;
Reinhard Lochmann, Adelsheim, Gedenkstätte "Ehemalige Synagoge" Sennfeld, Manuskript;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de842746, (17.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/6227-amalie-billigheimer/ (17.05.2016).
Autorin / Autor Marianne Erben
Paten Kongregation der Rita-Schwestern, Schwester Generaloberin Rita Maria Käß
   
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