Minna (Mina Minde) Michel, geb. Widawski

   
geboren am 11.04.1880 in Königshain
Straße  Wolfhartsgasse 11
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortin/bei Riga-Jungfernhof
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof, vermutlich dort oder in der Nähe ermordet im Winter 1941/42
   
Im Jahre 1904 heiratete Minna den Händler Abraham Michel im württembergischen Edelfingen, wo auch die ersten beiden ihrer fünf Kinder geboren wurden. Das Ehepaar zog Ende 1908 nach Würzburg. Dort sorgte Abraham mit wechselnden Geschäften ohne Ladenlokal für den Lebensunterhalt seiner Familie (Verkauf von Leibwäsche, Kurz-, Woll- und Schreibwaren, jüdische Gebetbücher).
Nach seinem Tod 1918 musste sich Minna Michel alleine um ihre fünf Kinder kümmern. Eine Tochter konnte vermutlich durch Eheschließung der Deportation entgehen, ein Sohn starb bereits 1928, während zwei andere Kinder nach New York und nach Palästina emigrierten. Nur der jüngste Sohn Heinrich scheiterte mit dem Versuch nach Shanghai auszuwandern und blieb bei der Mutter.
Am 27. November 1941 wurden Minna Michel und ihr 31-jährige Sohn Heinrich gemeinsam nach Riga deportiert, in das Außenlager Jungfernhof gebracht und vermutlich dort oder in der Nähe in den folgenden Wochen oder Monaten ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 7651;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 392f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/931003 (21.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1677075&ind=2 (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg7.jpg (10.06.2016).

Foto: Yad Vashem, Gedenkblatt.
Autorin / Autor Andreas Roser
Paten Frau Renata Hünig, Herr Klaus Hünig
   
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