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Henny Ullmann

 
geboren am 04.07.1906 in Würzburg
Straße  Reibeltgasse 12
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatum01.10.1944
TodesortKZ Stutthoff
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof und Ende September 1944 aus dem Raum Riga ins KZ Stutthof deportiert, dort am 01.10.1944 ermordet
   
Henny Ullmann war die Tochter des Simon Ullmann und seiner Frau Peppi, geb. Sänger. Die Familie lebte bis in die 1930er-Jahre in der Reibeltgasse 12. Henny Ullmann besuchte von 1919 bis 1922 die Höhere Töchterschule von Georg Beyl in Würzburg, die sie mit sehr gutem Abschlusszeugnis verließ. Von 1926 bis Ende 1938 war sie Sekretärin und Buchhalterin an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt (ILBA). Nach der Schließung dieser Einrichtung, die ihr ein hervorragendes Zeugnis für ihre dortige Tätigkeit ausstellte, war sie für die Israelitische Kultusgemeinde als Sekretärin und Fürsorgerin im Landbezirk Würzburg tätig.

Henny Ullmann war Mitglied einer orthodox-zionistischen Jugendgruppe (Brith Chaluzim Dathiim) und aktives Mitglied des jüdischen Turn- und Sportvereins Würzburg. Seit 1937 sind Auswanderungsbemühungen dokumentiert. Schon 1933 besuchte sie nach Angaben des Bundesarchivs Palästina; nach Aussage der Familie war dies erst um 1938 der Fall. Sie kehrte jedoch wieder nach Würzburg zurück. Von dort aus wurde sie am 27. November 1941 deportiert, gemeinsam mit ihrem Freund Erich Schloß, von dem sie erst 1944 bei ihrer Ankunft in Stutthof getrennt wurde.

Aus den Akten geht hervor, dass sie sich freiwillig zur Deportation gemeldet hatte. Während des Transports war sie als "Fürsorge- und Schreibkraft" eingeteilt. Am 2. Dezember 1941 kam sie im Lager Jungfernhof bei Riga an, wo sie erst als Sekretärin, dann in der Küche arbeitete. Zwischen April 1943 und September 1944 wurde sie zu verschiedenen Zwangsarbeiten in mehrere Lager im Raum Riga gebracht, bis sie Ende September 1944 in das KZ Stutthof deportiert wurde. Am 01. Oktober kam sie dort an; Henny Ullmann, die sich in Stutthof als Henny Schloß, geb. Ullmann registrieren ließ, wurde noch am selben Tag ermordet. Erich Schloß überlebte die Shoa und emigrierte nach New York.
   
Quelle Mitteilungen der Familie (Israel);
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 16210; 18874, fol. 18 und 59;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 637;
Ingrid Heeg-Engelhart, Henny Ullmann 1906-1945. Zum Lebens- und Leidensweg einer Würzburger Jüdin, in: Mainfränkisches Jahrbuch 59 (2007), S. 376-402;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/983680 (26.06.2016).
Autorin / Autor Ingrid Heeg-Engelhart
Paten Frau Dr. Ingrid Heeg-Engelhart
   
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