Lina Mimetz, geb. Nussbaum, verw. Keller

   
geboren am 31.07.1871 in Heßdorf/ Unterfranken
Straße  Franz-Ludwig-Straße 25
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt, am 18.05.1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet
   
Lina (Gidchen) Mimetz war die Tochter des Viehhändlers Josef Nussbaum (Jg.1834) und seiner Frau Karoline, geb. Heinemann (Jg.1837), die 1863 geheiratet hatten. Sie wuchs mit ihren sieben Geschwistern Hannchen Hoenig (Jg.1864), Klara Karpf (Jg.1867), Gitta Mimetz (1869-1919), Samuel (1873-1944), Emma (Jg.1975) Nathan (1877-1935) und Benno (1880-1944) in Heßdorf auf, wo sie auch ihre Kindheit und Jugendzeit verbrachte.
Auch mit ihrem ersten Ehemann, dem Metzger David Keller aus Neuenhain im Taunus lebte sie vermutlich zunächst in Heßdorf, wo ihre ältere Tochter Lilly (Lea) 1902 geboren wurde. Das zweite Kind Sofie kam 1909 in Heinsberg zur Welt.
Nach dem frühen Tod ihres Mannes kümmerte sie sich in Würzburg um den Haushalt ihrer Brüder Nathan und Samuel Nussbaum. 1921 heiratete sie Alexander Mimetz (1868-1941), der aus dem Rheinland stammte und lange Zeit in Heinsberg gewohnt hatte. Er war in erster Ehe mit Gitta, Linas Schwester, verheiratet gewesen, die bereits 1919 verstorben war. Ab 1929 wohnte das Ehepaar Mimetz mit Tochter Sofie in der Franz-Ludwig-Straße 25. In Würzburg wohnte auch Tochter Lilly und deren Mann Justin Zeilberger mit den zwei Enkelkinder Ilse (geb.1927) und Fred (geb.1929).
Im Jahr 1936 musste die Familie in die Wohlfahrtsgasse 11 umziehen und 1939 von dort in das jüdische Altersheim in der Dürerstraße 20. Ihr Ehemann Alexander Mimetz starb im Jahr 1941.
Am 23. September 1942 wurde auch Lina Mimetz zusammen mit ihrem Bruder Samuel nach Theresienstadt transportiert. Von dort wurde sie im Mai 1944 ins Todeslager Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich noch im selben Jahr ermordet wurde.
Die Tochter Sofie konnte im Januar 1937 in die USA ausreisen. Die Tochter Lilly war mit Familie war im November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert worden. Von Ihnen hat nur der Sohn Fred überlebt und von den unsäglichen Lebensbedingungen und den Stationen des Grauens berichten können.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Jüdisches Standesregister, Band 174/175, Heßdorf;
Stadtarchiv Würzburg Adressbücher 1916-1941;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 394; T. 2, S. 417, 685f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/931328 (21.06.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/25370-gidchen-lina-mimetz/ (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg – Regensburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-16.jpg (21.06.2016).
Autorin / Autor DH, SB, Ingrid Sontag
Paten Frau Jutta Wirsching
   
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