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Bertha Nussbaum, geb. Nußbaum

   
geboren am 11.08.1889 in Weimarschmieden/ Unterfranken
Straße  Domstraße 68 1/2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortin/ bei Riga-Jungfernhof
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe bald darauf ermordet
   
Bertha Nußbaum (1889-1941/42) stammte aus Weimarschmieden. Ihr Vater war der Viehhändler David Nußbaum (1854-1905), der u.a. 20 Jahre lang Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde war. Ihre Mutter Sophie Siegel (1853-1922) stammte aus Nordheim v. d. Rhön. Bertha wuchs mit zahlreichen Schwestern auf, die später durch Heirat alle einen anderen Namen angenommen hatten und drei Brüdern: Jette Heß (1878–1945), Lina Katz (Jg.1881), Emma Strauß (1882-1942), Louis (Jg. 1887), Salomon Ernst (1885-1915), Seli (1892-1944) und Paula Goldschmidt (1895-1972).
Bertha heiratete im September 1927 den Schneider Nathan Nussbaum (1877-1935) aus Heßdorf, der zusammen mit seinem älteren Bruder Samuel (1873-1944) im Jahr 1902 die Herrenmaßschneiderei S.&N. Nussbaum in Würzburg gegründet hatte. Die Brüder wohnten zusammen in der Domstraße 68 ½ und dort lebte dann auch Bertha. Im Juni 1928 kam ihre Tochter Karola zur Welt. Bereits nach acht Ehejahren verstarb ihr Ehemann im Jahr 1935 mit 57 Jahren. Bertha Nussbaum, ihre Tochter Karola und der Schwager Samuel Nussbaum verblieben in der gemeinsamen Wohnung. Die Situation für jüdische Geschäfte verschlechterte sich nach 1933 zusehends. Bertha selbst blieb zwar unbehelligt, doch Schwager Samuel musste vor und nach der erzwungenen Aufgabe des Geschäfts einige Schikanen über sich ergehen lassen. Berthas Pläne, mit ihrer Tochter auszuwandern, scheiterten.
Mutter und Tochter wurden am 27. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und vermutlich dort oder in der Nähe in den folgenden Wochen oder Monaten ermordet. Schwager Samuel blieb noch ein Jahr länger in Würzburg und starb 1944 in Theresienstadt.
Von Berthas Geschwistern wurden Emma Strauß in Sobibor und Seli Nußbaum in Auschwitz Opfer der Shoa, die anderen überlebten dank rechtzeitiger Emigration.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 8821, 8833;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1927-41;
Auskunft von Elisabeth Böhrer lt. Geburts- und Heiratsregister Fladungen, bzw. Standesamt Mainstockheim;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 S. 418;
Johannes Kaiser, Q11, Siebold-Gymnasium, Würzburg;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/937767 (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg7.jpg (10.06.2016).
Autorin / Autor DH, SB, Ingrid Sontag
Paten Frau Kristin Höhn
   
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