Klara Sichel, geb. Weikersheimer

   
geboren am 08.06.1869 in Tauberrettersheim/ Unterfranken
Straße  Peterplatz  4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum19.01.1943
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 19.01.1943 ermordet
   
Klara Sichel wurde am 8. Juni 1869 als Tochter von Maier Weikersheimer und seiner Frau Karolina, geb. Benjamin, in Tauberrettersheim geboren. Sie war mit dem Viehhändler Adolf Sichel in Aub verheiratet, der sich Mitte der 1920er Jahre als Pferdeeinkäufer und dann Privatier in Würzburg niederließ. Es ist nicht bekannt, ob das Ehepaar Kinder hatte. Adolf starb im April 1939. Im Jahre 1941 zog Klara Sichel in das jüdische Altersheim in der Bibrastr. 6.

Vor ihrer Deportation musste sie im August 1942 einen so genannten Heimeinkaufsvertrag über 11.000 Reichsmark mit der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland abschließen. Darin wurde ihr eine umfassende Versorgung bis ans Lebensende zugesagt - ein Täuschungsmanöver, um die nach Theresienstadt Deportierten um ihr letztes Geld zu bringen. Dort angekommen, zeigte sich die bittere Realität: überfüllte, ungeheizte Wohnräume und Mangelernährung.

Am 23. September 1942 wurde Klara Sichel nach Theresienstadt deportiert und starb dort aufgrund dieser unmenschlichen Lebensbedingungen am 19. Januar 1943.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 14381;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 551;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/961026 (26.06.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/32397-klara-sichel/ (26.06.2016);
Stefan Geyer
Autorin / Autor Barbara Gärtner
Paten B90/Grüne Kreisverb.Würzburg/Land, Herr Hubert Hofmann, herr Ernst Schneider
   
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