Moritz Stryker, urspr. Habermann

   
geboren am 27.08.1888 in Radziechow oder Stojanow /Galizien
Straße  Schönleinstraße 7
Stadtteil Altstadt
Todesdatumunbekannt
Todesortvermutlich Auschwitz
   
deportiert 1943 von Paris nach Auschwitz und vermutlich dort ermordet
   
Als Sohn von Samuel Habermann und Brucha, geb. Stryker (Stricker), kam Moritz Habermann am 27. August 1888 in Radziechow oder in Stojanow zur Welt. Nach seinem Militärdienst in Galizien zog er 1910 zu seinem Bruder Josef nach Würzburg in die Sterngasse 12 und verdiente sein Geld als reisender Textilwarenhändler auf Messen und Märkten. 1911 heiratete er die ebenfalls aus Galizien stammende Frieda Wachtel. Das Ehepaar bekam zwischen 1912 und 1919 fünf Kinder, Flora, Siegfried, Gusta Maria, Emil und Amalie. Die beiden Söhne Emil und Siegfried waren von Geburt an gehörlos bzw. hör- und sehgeschädigt.

Nach seiner Kriegsteilnahme in der österreichischen Armee 1917/18 wurde Moritz Habermann als TBC-Invalide entlassen. In Würzburg betrieb er eine Weingroßhandlung in seinem Wohnhaus, zunächst am Sanderring 19 und seit 1933 in der Schönleinstr. 7.

Die Einbürgerung wurde ihm 1922 versagt. In der NS-Zeit zwangen die Behörden ihn und seine ganze Familie dazu, den Mädchennamen seiner Mutter als Familiennamen anzunehmen. Denn die Ehe seiner Eltern wurde standesamtlich nicht anerkannt. Nach 1933 emigrierten die Kinder eines nach dem anderen, auch den beiden behinderten Söhnen gelang im Februar 1939 die Flucht über einen Hilfstransport nach England. Ihre Mutter Frieda war bereits im Oktober 1935 verstorben.

Moritz Stryker floh im Oktober 1937 zu seinen Töchtern nach Paris. Doch auch dort entging er der Verfolgung nicht. Er wurde 1943 von Paris nach Auschwitz deportiert und vermutlich dort ermordet.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 624f.;
Sayuri Gunawardena, Q11, Siebold-Gymnasium, Würzburg
Autorin / Autor Rotraud Ries
Paten Frau Gabriele Schiwon
   
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