Jenny Wechsler

   
geboren am 11.05.1901 in Aschbach/Oberfranken
Straße  Zwinger 28
Stadtteil Altstadt
Todesdatum10.02.1939
TodesortWürzburg
   
Jenny Wechsler beging am 10.02.1939 Selbstmord.
Die Adresse gibt es nicht mehr. Der Stein wird an der Ecke Zwinger/Geschwister-Scholl-Platz verlegt.
   
Über das Leben von Jenny Wechsler ist wenig bekannt. Sie war die Tochter von Regine und Abraham Joseph Wechsler, der als Oberlehrer in Aschbach "im Dienste wahren Judentums tätig" war. Nach seiner Pensionierung 1934 zog er nach Würzburg zu seiner Tochter in eine Wohnung am Zwinger 28, wo sie sich um ihn kümmerte.

Im Januar 1939, zwei Monate nach dem Novemberpogrom, wechselten beide - wohl unter behördlichem Druck - in die nahe gelegene Stephanstraße 6. Einen Monat später, am 10. Februar, beging Jenny Wechsler im Alter von 37 Jahren Selbstmord. Einen konkreten Anlass hierfür wissen wir nicht; doch die sich verschärfenden Repressionen durch die NS-Politik und das antisemitische Klima auf den Straßen boten Grund genug. Der Vater wurde daraufhin in das jüdische Altersheim Dürerstraße 20 eingewiesen, wo er noch ein Jahr lebte.

Eine Bekannte der Wechslers, Hedwig Müller, äußerte in ihrem Geschäft vor Zeugen Bedauern über den Tod der Frau und schimpfte auf das Dritte Reich. Denunziert und von der Gestapo einmal vernommen, setzte auch sie ihrem Leben am 24. Februar 1939 vor der zweiten Vorladung ein Ende. Für sie wurde ein Stolperstein vor ihrem ehemaligen Geschäft in der Münzstraße 10 ½ verlegt. Pate: Wirtschaftsschule Würzburg
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 8043;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 651.
Autorin / Autor DW
Paten Herr Benno Michels
   
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