Ida Haase, geb. Hähnlein

   
geboren am 19.02.1902 in Kleinlangheim/Ufr.
Straße  Johannitergasse 7
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 17.06.1943 nach Auschwitz und vermutlich wenig später dort ermordet
   
Ida Hähnlein, geboren 1902, ist in der Gemeinde Kleinlangheim im Landkreis Kitzingen aufgewachsen. Ihre Eltern waren der Kaufmann Moses Hähnlein und seine Ehefrau Sophie, geb. Bruckmann. Ab etwa 1928 lebte Ida als Ehefrau des Händlers Julius Haase in der mittelfränkischen Marktgemeinde Schopfloch im Landkreis Ansbach. Auch ihre Eltern und ihre Schwester holte sie nach. Ihre Mutter wurde 1928 in Schopfloch beerdigt.
1936 zog Ida Haase mit ihrer Familie, zu der auch der 1931 geborene Sohn Werner gehörte, nach Würzburg - wahrscheinlich flohen sie vor Verfolgung. Ida Haase konnte ihrem neunjährigen Sohn zur Emigration nach Palästina verhelfen, vermutlich über ein Rettungsprogramm der Kinder- und Jugendalijah. Ihr greiser Vater Moses Hähnlein kam im Oktober 1942 im Ghetto Theresienstadt ums Leben. Ihre Schwester Thekla, die ihn begleitet hatte, überlebte und kehrte nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager nach Würzburg zurück.
Ida Haase war zuletzt als Köchin im sog. "Judenhaus" in der Bibrastraße 6 tätig, dem ehemaligen Internatsgebäude der ILBA. Zusammen mit ihrem Mann sorgte Ida Haase hier bis zuletzt für die wenigen verbliebenen Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, die noch nicht deportiert worden waren. Am 17. Juni 1943 wurde sie mit ihnen "nach Osten", ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Sie war zu diesem Zeitpunkt 40 Jahre alt. Ihre Todesdaten sind unbekannt. Wie zahllose andere jüdische Deportierte wurde Ida Haase daher formal "für tot erklärt".
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 , S.227;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833875, (27.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=haase&s_firstName=ida&s_place=wuerzburg&itemId=5858254&ind=1&winId=8635788469281016907, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=haase&s_firstName=ida&s_place=wuerzburg&itemId=1916492&ind=2&winId=8635788469281016907 (27.05.2016).

Foto: Website von Yad Vashem, http://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/Hall%20Of%20Names/6790/5858254_1.JPGJPG (01.04.2013).

Autorin / Autor Reiner Strätz
Paten Montessori-Schule - Trägerverein, Herr Schmidt
   
zurück