Julius Haase

   
geboren am 30.01.1898 in Krotoszyn/Polen
Straße  Johannitergasse 7
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 17.06.1943 nach Auschwitz und vermutlich wenig später dort ermordet
   
Julius Haase wurde 1898 in der damals noch preußischen, zwischen Posen und Breslau gelegenen Kleinstadt Krotoschin (poln. Krotoszyn) geboren. Schon in jungen Jahren kam er nach Franken. Um 1928 heiratete er Ida Hähnlein aus Kleinlangheim. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte er sich als Händler in der mittelfränkischen Marktgemeinde Schopfloch im Landkreis Ansbach etabliert.
Zur Familie Haase gehörten auch der 1931 geborene Sohn Werner sowie Idas Vater Moses und ihre Schwester Susanne (Thekla Hähnlein). Sie zählten 1935 zu den letzten 33 Mitgliedern der einst über 300 Personen starken jüdischen Gemeinde, die trotz der spürbaren Repressalien noch in Schopfloch ausgeharrt hatten. 1936 wurde der Druck für die Familie offenbar zu stark, sie zogen um nach Würzburg, in die Johannitergasse 7.
Es ist fraglich, welche Tätigkeit Julius Haase hier ausüben konnte. Ab 1939 musste er jedenfalls, wie die meisten jüdischen Männer in Würzburg, Zwangsarbeit leisten. Später war er anscheinend als Hausmeister im sog. "Jüdischen Unterkunftsheim" in der Bibrastraße 6 tätig. Seine Ehefrau arbeitete dort als Köchin.
Bei der Vorbereitung der Deportationen wurde Julius Haase als "Transporthelfer" eingesetzt, so zumindest am 23. März 1942 für die Deportation von Kitzingen nach Izbica. Er gehörte mit seiner Ehefrau zu den 64 Personen, die bis zur "Abwicklung" der Jüdischen Gemeinde Würzburgs noch verschont blieben. Am 17. Juni 1943 wurden auch Julius und Ida Haase "nach Osten", ins Vernichtungslager Auschwitz, verschleppt und dort zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 , S. 227;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de833887, (27.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=haase&s_firstName=julius&s_place=wuerzburg&itemId=1121318&ind=1&winId=8635788469281016907, , http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=haase&s_firstName=julius&s_place=wuerzburg&itemId=1929902&ind=2&winId=8635788469281016907 (27.05.2016).

Foto: Yad Vashem - Page of Testimony, http://namesfs.yadvashem.org/YADVASHEM/Hall%20Of%20Names/6790/1121318_1.JPG (01.04.2013).

Autorin / Autor Reiner Strätz
Paten Herr Dr. Georg Buller
   
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