Fanny Hammelburger

   
geboren am 07.03.1907 in Haßfurt
Straße  St.-Benedikt-Straße 14
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 17.06.1943 nach Auschwitz und vermutlich wenig später dort ermordet
   
Fanny Hammelburger kam am 7. März 1907 als Tochter des Lehrers Moritz Hammelburger und seiner Frau Sara, geb. Rosenthal(er), in Haßfurt zur Welt. Der Vater verstarb dort Ende 1927 nach über 40 Dienstjahren.
Fanny absolvierte in den 1920er Jahren eine Ausbildung zur Krankenschwester. Von 1928 bis 1931 war sie als Krankenpflegerin in Würzburg tätig. Dort lebte auch ihr wesentlich älterer Halbbruder Ludwig Hammelburger, ein promovierter Religionslehrer an verschiedenen staatlichen Schulen.
Ab ca. 1933 teilte sich Fanny mit ihrer Mutter eine Wohnung in der Alleestraße 14 (St.-Benedikt-Straße) in Würzburg. Fanny Hammelburger war Mitglied im Kulturbund Deutscher Juden, der als Reaktion auf die Ausgrenzung jüdischer Künstler entstanden war.
Zuletzt arbeitete Fanny in den Heimen der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhausstiftung in der Dürerstraße 20 und Konradstraße 3. Diese Kranken- und Altenheime wurden ab 1939 zu sog. "Judenhäusern" umgewandelt, in denen die aus vielen Landgemeinden vertriebenen jüdischen Bürger zwangsweise einquartiert wurden. Nach den großen Deportationen nach Theresienstadt im September 1942 gab es dort keine Bewohner mehr, Fanny Hammelburger wurde offiziell entlassen. Die letzten 64 jüdischen Bürger Würzburgs wurden in den "Judenhäusern" in der Bibrastraße 6 (ehemaliges Gebäude der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt) und in der Faulenbergstraße (Gebäude auf dem jüdischen Friedhof) kaserniert. Auch Fanny Hammelburger musste in die Bibrastraße umziehen.
Ihr Halbbruder Ludwig war bereits Ende 1939 nach England emigriert, ihre Mutter Sara noch im Mai 1941 in die Schweiz. Es ist unbekannt, ob Fanny Hammelburger nicht mehr emigrieren konnte oder ob sie es nicht wollte, um ihre Patienten nicht alleine zu lassen. Am 17. Juni 1943 wurde sie im Alter von 36 Jahren nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 , S. 233.
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 321;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de830873, (27.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=hammelburger&s_firstName=fanny&s_place=&itemId=1812881&ind=1&winId=8635788469281016907 (27.05.2016).
Autorin / Autor Reiner Strätz
Paten Krankenpflegeschule Rotkreuz-Klinik, Frau Ursula Jäger
   
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