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Hilda (Hilde) Schwab, geb. Glaser

   
geboren am 23.04.1896 in Berlin
Straße  Schillerstraße 8
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatum01.09.1943
TodesortAuschwitz
   
am 17.06.1943 nach Auschwitz deportiert und dort am 01.09.1943 ermordet
   
Hilda Schwab kam am 23. April 1896 in Berlin zur Welt. Ihr Vater Hugo Glaser stammte aus Schlesien und war als Rechtsanwalt tätig. Sowohl Hildas Vater, als auch ihre Mutter Martha, geb. Katz, waren bereits verstorben, als sie am 7. April 1919 heiratete. Hildas Ehemann Iwan Schwab war Mitinhaber der Wäschefabrik "Gebr. Schwab" in Neustadt an der Aisch. Die Ehe blieb kinderlos, bis das Ehepaar Schwab 1922 eine entfernte Verwandte aus Frankfurt, die zweijährige Liesel, adoptierte. Liesels Eltern waren beide verstorben. Im April 1932 zog die Familie nach Würzburg, wo Iwan Schwab mit seinem Vater Josef eine Filiale der gemeinsamen Firma am Petersplatz 3 eröffnete.

Liesel gelang es, 1939 über England in die USA zu emigrieren. Iwan Schwab, der sehr heimatverbunden war, hatte lange gewartet, bevor er sich zur Emigration entschloss. Hilda und er konnten im letzten Augenblick noch Plätze auf dem Schiff "Orinoco" bekommen, das am 27. Mai 1939 den Hamburger Hafen in Richtung Kuba verließ. Aufgrund von Auseinandersetzung innerhalb der kubanischen Regierung wurden die gültigen Einreisevisa der 208 jüdischen Passagiere kurzfristig widerrufen. Die "Orinoco" war gezwungen, nach Hamburg zurückzukehren.

Hilda Schwab und den drei weiteren Würzburgern war von der Gestapo ausdrücklich verboten worden, in Hamburg zu bleiben. So kehrte sie mit ihrem Mann Anfang Juni 1939 nach Würzburg zurück. Iwan Schwab übernahm hier gemeinsam mit Johanna (Henny) Stahl die Leitung der jüdischen Geschäftsstelle. Am 17. Juni 1943 wurden Hilda und Iwan Schwab nach Auschwitz deportiert, nachdem Iwan bereits seit Februar in Haft gesessen hatte. Hilda und ihr Mann wurden am 1. September 1943 in Auschwitz ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 8589, 13849;
Ilse Vogel, Vom Land in die Stadt, Neustadt a.d. Aisch 2007, S. 159;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 - 1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 528.
Roland Flade, Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Mit einem Beitrag von Ursula Gehring-Münzel, 2. erw. Aufl. Würzburg 1996, S. 307.
Stadtarchiv Neustadt, persönliche Auskunft von Dietrich Keller und Friedrich Weiß (08.04.2013).
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/969855 (23.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=665137&ind=1 (23.06.2016).
Autorin / Autor Kristin Höhn
Paten Frau Kristin Höhn
   
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