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Karl Götz

 
geboren am 18.08.1917 in Würzburg
Straße  Frau-Holle-Weg 43
Stadtteil Heidingsfeld
Deportationsdatum11.03.1941
Todesdatum11.03.1941
TodesortPirna-Sonnenstein
   
Stein liegt im Frau-Holle-Weg, vormals Lothringerstr. 43, nach Eingem.1930

ledig, kath., Hilfsarbeiter
Pol.eingewiesen nach Urteil d. Strafkammer des Landgerichts Würzb. v. 27.7.1936 3KMs1/36
16.08.1936 Heil- und Pflegeanstalt Werneck Nr. 6464
04.10.1940 mit Sammeltransport in die LA Großschweidnitz
11.03.1941 Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein (Sachsen)
   
Karl Götz wurde am 18. August 1917 als mittleres Kind von Max Götz und seiner Frau Rosa, geb. Heßdörfer in Würzburg geboren. Sein älterer Bruder Alfred Götz wurde am 28. Juni 1916 geboren, seine jüngere Schwester Hildegard (verh. Bitterlich) am 19. Dezember 1919. Der Vater war von Beruf Schreiner und hatte das Haus in Heidingsfeld, Lothringerweg 43, im Rahmen der Entstehung der Lehmgrubensiedlung mit erbaut, in dem dann die Familie lebte.
Nach der Eingemeindung Heidingsfelds 1930 wurde der Lothringerweg in Frau-Holle-Weg umbenannt, der heutigen Adresse für den Stolperstein für Karl Götz. Unter dieser Adresse lebt heute noch die Witwe des Sohnes von Alfred Götz, dem Bruder von Karl.
In einem Brief schildert der Sohn der jüngeren Schwester seine Erinnerungen:
„Ich finde es gut und richtig, auch nach so langer Zeit, an dieses und ähnliche Verbrechen zu erinnern. Auch in unserer Familie wurde dieses Thema totgeschwiegen, auch eine Art mit dieser Grausamkeit fertig zu werden…“ Die Eltern von Karl haben sich wohl aus Scham über das, was mit ihrem Sohn geschah, nie geäußert. Weiter erinnert sich der Neffe an Erzählungen seiner Tante, der Schwester von Karls Vater: „Er erkrankte im Alter von ca. 10 oder 11 Jahren an Hirnhautentzündung und es blieb ein Schaden zurück. Er blieb geistig auf dem Niveau dieses Alters stehen. Er war ein freundlicher und gutmütiger junger Mann, ein großes Kind. Nach einem Ausflug in den Volksgarten im Steinbachtal blieb er am Rande des Fußwegs stehen und urinierte. Das wurde von einer Person angezeigt und er wurde, ohne dass die Eltern Rechtsmittel einlegen konnten, nach Schloss Werneck bei Gemünden eingewiesen…“
Bei der Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck am 16. August 1936 war Karl Götz 19 Jahre alt. Vier Jahre lang lebte er in Werneck bis er auf Grund der Räumung der Heil- und Pflegeanstalt mit einem Sammeltransport in die „Zwischenanstalt“ Großschweidnitz in Sachsen verlegt wurde. Am 11. März 1941 wurde Karl Götz in die nicht weit entfernte „Tötungsanstalt“ Pirna-Sonnenstein transportiert und vermutlich noch am selben Tag ermordet.
In einem Schreiben aus Pirna-Sonnenstein wurde der Tod des Sohnes Karl den Eltern mit einem späteren Todesdatum 24. März 1941 mitgeteilt. Als Todesursache wurde Wundinfektion und Blutvergiftung angegeben.
   
Quelle Standbuch Werneck Aufn.Nr. 6464;
Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden 10822: Aufnahmebuch Landesanstalt/Fachkrankenhaus Großschweidnitz Nr.156 - Aufn.Nr.512;
Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, Akten Nr 1334/40;
Standesamt Sonnenstein über Pirna Nr. 519.
Hess.Staatsarchiv Wiesbaden
Autorin / Autor Regine Samtleben
Paten Heuchelhof, Mittelschule, Mittelschule Heuchelhof, Klassenlehrerin Edelgard Kern
   
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