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Anna Waldmann

 
geboren am 20.05.1902 in München
Straße  Ziegelaustraße 5
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum04.10.1940
Todesdatum28.01.1941
TodesortPirna-Sonnenstein
   
Kontoristin, ledig, katholisch,
17.07.1930 - 26.11.1930, 31.08.1931 - 30.09.1931, 29.12.1931 - 31.12.1931 Psychiatrische Universitätsklinik Würzburg
31.12.1931 - 04.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
04.10.1940 - 28.01.1941 Landesanstalt Arnsdorf
28.01.1941 Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein
   
Anna wird am 20.05.1902 als Kind des Eisenbahnoberinspektors Johann und seiner Ehefrau Anna, geb. Harlander in München geboren. Ihre Schwester Johanna kommt dann am 05.06.1903 in Bogen zur Welt.
Als Anna 7 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter und der Vater heiratet in München seine zweite Frau Greta geb. Giesela, an der Anna sehr hängt.
Ihre Schwester berichtet bei der ersten Aufnahme in die Psychiatrische Universitätsklinik Würzburg, dass Anna ein ängstliches, sehr zurückhaltendes Kind war. In der Schule habe sie schwer gelernt, aber aufgrund ihres Fleißes gute Noten erzielt. Gleich nach der Schulzeit arbeitet Anna 5 Jahre lang als Kontoristin im Büro einer Bank. Danach wechselt sie häufig ihre Arbeitsstelle und ist oft monatelang daheim. Sie hat keine Freundinnen, geht aber gern ins Kino oder zum Tanzen. Nachdem sie zuletzt in einer Weingroßhandlung gearbeitet hat, ist sie nun seit dem 1. April 1930 ohne Stelle.
Von einem Arzt veranlasst, bringt ihre Schwester Johanna sie am 17. Juli das erste Mal in die Psychiatrische Klinik. Sie ist kaum ansprechbar und springt, als der Arzt den Raum verlässt, aus dem Fenster. Am 23.11. wird sie wieder aus der Klinik entlassen.
Aber schon am 31.08.1931 bringt ihre Mutter sie wieder. Anna berichtet von der gefühlten Veränderung ihrer Umwelt und ihrer Angst, wird aber am 30.09.31 abermals als gebessert entlassen. Daheim benimmt sie sich nun gegen ihren Vater, mit dem sie noch nie ein gutes Verhältnis hatte, äußerst aggressiv und will die Stiefmutter ganz für sich haben.
Von dieser wird sie am 29.12. erneut in die Psychiatrische Klinik gebracht. Am 31.12. verlegt man sie dann endgültig in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck.
Da Werneck im Oktober 1940 geräumt wird, erfolgt von hier aus am 04.10. laut Transportliste Nr.13/Bayern die Verlegung von Anna in die Zwischenanstalt Arnsdorf in Sachsen.
Am 28. Januar 1941 transportiert man sie in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wo sie wahrscheinlich gleich nach der Ankunft getötet wird. Der Anstalt Lohr und vermutlich auch der Familie teilt man mit, dass sie am 05.02.1941 in Pirna-Sonnenstein gestorben sei.
   
Quelle Kk Pirna-Sonnenstein, Quelle LA Arnsdorf
Standbuch Werneck
Stadtarchiv Würzburg: Einwohnermeldebögen 1850-1920, Grundliste
Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Abt.631a Nr.1639
Universitätsarchiv Würzburg KL 127/1930
Stadtarchiv München
Standesämter Bogen, Garmisch-Partenkirchen, Murnau
Foto: Universitätsarchiv Würzburg
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten Herr Dr. Peter Winter
   
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