Auguste Warmuth geb. Bald

   
geboren am 13.02.1905 in Würzburg
Straße  Konradstraße 17
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum03.02.1941
Todesdatum03.02.1941
TodesortPirna-Sonnenstein
   
Mai 1935 Kuranstalt Hohe-Mark, nach 8 Monaten entlassen
28.01.1936 - 01.07.1936 Psych. Univ. Klinik Würzburg
01.07.1936 - 04.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.1940 - 02.02.1941 Landesanstalt Arnsdorf
03.02.1941 nach Pirna-Sonnenstein verlegt und ermordet
   
Auguste Warmuth wird am 13. Februar 1905 in Karlstadt geboren, wo ihre Eltern, Stefan und Anna Bald geb. Baumeister ein Geschäft besitzen. Sie besucht von 1918 bis 1920 die Schule der Ursulinen in Würzburg und gilt als gute Schülerin. Nach der Schulentlassung arbeitet sie, ein gewissenhaftes und ruhiges Mädchen, im elterlichen Haushalt und Geschäft. Sie erkrankt mehrmals schwer und leidet zeitweise unter anhaltenden Kopfschmerzen.

Am 3. August 1929 heiratet sie den Kaufmann Gustav Warmuth aus Würzburg. Dort wohnt das Ehepaar mit den beiden Kindern Heinz und Otto in der Konradstraße 17. Anfang Januar 1935 wird Auguste von einem Radfahrer angefahren. Dieser Unfall und eine vorhergehende schwierige Entbindung könnten laut Gutachten der Psych. Univ. Klinik die Ursache für ihren späteren Zustand zunehmender Erregung und Verwirrtheit sein. Nahrungsverweigerung und Schuldgefühle kommen hinzu.

Mitte Mai 1935 bringt ihr Mann sie in die Kuranstalt Hohe-Mark, wo sie oft nach ihren Kindern verlangt. Nach acht Monaten wird sie nach Hause entlassen, leidet aber weiterhin an Gefühlsschwankungen und Antriebslosigkeit. Am 28. Januar 1936 wird Auguste Warmuth in die Psych. Univ. Klinik in Würzburg eingewiesen, wo die Diagnose Schizophrenie gestellt wird.

Da Schizophrenie laut 1. Reichsausführungsverordnung (Art. 1, Ab.2) zu den Erbkrankheiten gehört, ergeht am 5. März 1935 der Beschluss des Erbgesundheitsgerichtes zur Sterilisation. Dieser Beschluss kann durch die Verlegung in eine geschlossene Anstalt ausgesetzt werden. Am 1. Juli 1936 wird Auguste Warmuth in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck eingeliefert und entgeht somit der Sterilisation.

Sie bleibt in dieser Anstalt bis zu deren Auflösung und wird am 5. Oktober 1940 zunächst nach Arnsdorf und dann nach Pirna-Sonnenstein verlegt, wo sie vermutlich am 3. Februar 1941 getötet wird.
   
Quelle Kk Pirna-Sonnenstein Quelle Arnsdorf;
Standbuch Werneck;
Stadtarchiv Würzburg: Straßenkarteien vor 1945, Einwohnermeldebögen,Adressbücher;
Univ.Psych.Würzburg;
Standesamt Würzburg.
Autorin / Autor Uta Bornefeld
Paten Fam. Andreas Winkler
   
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