Otto Miltenberger

   
geboren am 27.12.1903 in Würzburg
Straße  Spiegelstraße 2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum10.12.1940
Todesdatum10.12.1940
TodesortGrafeneck
   
ledig, kath., Elektromonteur
30.10.-06.11.1930 und 24.02.-18.06.1931 Psychiatrische Universitätsklinik Würzburg
18.06.1931 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Lohr
13.11.1940 Heilanstalt Weinsberg
10.12.1940 Tötungsanstalt Grafeneck
   
Otto Miltenberger wird als unehelicher Sohn von Anna Girlande Manninger aus Mainz am 27. Dezember 1903 in Würzburg geboren. Am 4. Juni 1904 heiratet sie den Eisenbahnobersekretär Philipp Miltenberger und der Sohn Otto wird legitimiert. Otto bekommt noch drei Geschwister: Erna, geb. am 28.11.1904, Rudolf Karl Robert, geb. am 15.03.1908, gest. am 09.06.1908 und Karl Theodor, geb. am 19.10.1917.
1912 wird der Vater kurzfristig in Werneck untergebracht und Otto und seine Schwester Erna kommen am 18. Dezember 1912 in die Marienanstalt, eine Anstalt für arbeitslose, alte und kranke Hausangestellte und Waisenkinder. Wie lange sie dort bleiben ist nicht bekannt. Nach einem Gefängnisaufenthalt des Vaters wegen Betrugs wird die Ehe der Eltern am 7. Juni 1922 rechtskräftig geschieden.

Otto besucht die Pflichtfortbildungsschule und macht eine dreijährige Lehre als Elektromonteur bei der Firma Stöcker, die er mit der Gesellenprüfung abschließt. Ab dem 1. September 1922 ist Otto Miltenberger in Laufach gemeldet. Von dort meldet er sich aber schon am 6. Februar 1923 wieder nach Würzburg ab. Er berichtet, dass er sowohl in seinem Beruf als auch außerhalb gearbeitet hat. Zwischenzeitlich sei er immer wieder arbeitslos gewesen und habe viel getrunken.

Vom 30. Oktober 1930 bis zum 6. November 1930 und vom 24. Februar 1931 bis zum 18. Juni 1931 befindet er sich in der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg. Von hier aus kommt er direkt in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck. Im Zuge der Räumung von Werneck wird er am 5. Oktober 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr gebracht. Mit 100 weiteren Patienten transportiert man ihn am 13. November 1940 in die Zwischenanstalt Weinsberg/Baden-Württemberg, von wo aus er am 10. Dezember 1940 in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und wohl noch am selben Tag ermordet wird.
   
Quelle Staatsarchiv Ludwigsburg F 235 III, Bü 563;
Stadtarchiv Würzburg Einwohnermeldebögen 1850-1920, Adressbücher;
Archiv des Bezirkskrankenhauses Lohr;
Einwohnermeldeamt Laufach.
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten Zentrum für Klinische Neuropsychologie, Herr Dr. Gerhard Müller, Frau Claudia Gräsle
   
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