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Johann Adam Grail

   
geboren am 21.07.1900 in Würzburg
Straße  Dreikronenstraße 14
Stadtteil
Deportationsdatum27.06.1941
Todesdatum27.06.1941
TodesortHartheim
   
Arbeiter,katholisch, ledig
17.09.1926-30.09.1926 Psychiatrische Nervenklinik Würzburg
15.06.1940-17.05.1941 Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt Reichenbach
17.05.1941-27.06.1941 Kreis-, Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen/Niederbayern>br> 27.06.1941 Tötungsanstalt Hartheim/Linz
   
Johann Adam Grail wurde am 21.07.1900 als Sohn von Barbara (Babetta) Grail geboren. Seine Mutter Barbara war Zugehfrau. Über seinen Vater ist nichts bekannt. Seine Mutter heiratete am 24.1.1903 den Drehorgelspieler Johann Rattler. Da dieser Adam Grail jedoch nicht als Sohn legitimierte, ist anzunehmen, dass Adam aus einer früheren Beziehung der Mutter stammte.
Adam lebte mit seiner Mutter und dem Stiefvater u.a. in der Fischergasse 14 (heute: Dreikronenstrasse). Über seine Kindheit und die Verhältnisse, in denen er groß wurde, ist nur bekannt, was seine Großmutter bei der Einlieferung in die Psychiatrie Würzburg am 17.09.1926 zu Protokoll gab.
Adam Grail sei ein 8 Monatskind gewesen, im Alter von einem Jahr sehr krank, habe er sich aber gut entwickelt. In der Schule sei er immer schwach gewesen, jedoch nicht sitzen geblieben. Er hätte 7 Klassen absolviert. Sein Vater sei Trinker gewesen, sein Stiefvater ebenfalls. Geisteskrankheiten hätte es in der Familie nicht gegeben. Als Kind sei Adam Grail unauffällig gewesen und hätte mit den anderen Kindern gespielt. Seit einigen Jahren würde er Passanten auf der Strasse belästigen, besonders Polizisten, Radfahrer und Autofahrer. Aus diesem Grund sei er schon einmal ein Vierteljahr im Gefängnis gewesen. Er sei häufig sehr aufgeregt und eigensinnig, manchmal spräche er ganz vernünftig. Er halte es in keiner Stelle ordentlich aus. Ein halbes Jahr sei er beim Militär gewesen, aber beim Train, nicht im Feld. Seit einem Jahr hätte sich sein Zustand besonders stark verschlimmert, so dass die Großeltern ihn nicht mehr zu Hause lassen wollten. Die Verwandten wollten, dass er in eine Anstalt kommt.
Zu diesem Zeitpunkt muss Adam Grail also schon mehrere Jahre bei seinen Großeltern mütterlicherseits gelebt haben. Aus Schreiben, die sich in seiner Krankenakte finden, kann man schließen, dass Adam Grail zwangssterilisiert werden sollte. Ob die Zwangssterilisation erfolgte, ist nicht bekannt. Am 15.06.1940 kommt Adam Grail in die Anstalt der Barmherzigen Brüder in Reichenbach. Dort bleibt er bis 17.05.1941, dann wird er in die Kreis-, Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen gebracht. Von Mainkofen aus wird er am 27.06.1941 mit dem T4-Transport Nr. 4 nach Hartheim gebracht und noch am gleichen Tag ermordet.
   
Quelle Stadtarchiv Würzburg, Grundlisten
Universitätsarchiv Würzburg, Akte Nr. 247/1926 Psychiatrische Nervenklinik Würzburg
Hauptbuch d. Kreis-, Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen, Archiv Bezirksklinikum Mainkofen
Aufnahmeliste Barmherzige Brüder Reichenbach
Dokumentationszentrum Hartheim Uniarchiv Würzburg KL49
Autorin / Autor Petra Blasius
Paten Goethe-Mittelschule, Frau Elisabeth Haberzettl
   
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