Josef Neller

   
geboren am 11.10.1922 in Würzburg
Straße  Kärrnergasse 10
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.06.1941
Todesdatum27.06.1941
TodesortHartheim
   
1938 Pflegeanstalt Attl b. Wasserburg
6.12.1938 - 12.12.1938 Psychiatrie Würzburg
19.8.1939 - 7.11.1940 Wohltätigkeits- u. Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach
19.5.1941 - 27.6.41 Mainkofen
27.6.1941 Verlegung nach Hartheim (T4-Transport Nr. 4 am 27.6.1941)
   
Josef Neller wurde am 11.10.1922 als Sohn von Gregor Neller, Fuhrmann, und seiner Frau Maria Therese, geb. Schmitt, geboren. Josef hatte vier Schwestern: Johanna, Elsa, Rita und Marga. Die Familie lebte in der Kärrnergasse 10 in Würzburg.
Josef besuchte 8 Jahre die Hilfsschule in Würzburg. Im ärztlichen Fragebogen vom 17.5.1938 , der sich in seiner Krankenakte findet, steht der Eintrag: "war beschränkt bildungsfähig; Schul- und ev. Berufsausbildung" und weiter "Da die Bildungsfähigkeit gering ist, ist es fraglich, ob die Ausbildung in einer Anstalt von Erfolg sein wird". "Versuchsweise" soll Josef in die Anstalt der Barmherzigen Brüder nach Reichenbach gebracht werden.
Offenbar wurde er jedoch zuerst in die Heil-Anstalt Attl b. Wasserburg/Inn gebracht, die auch von den Barmherzigen Brüdern geführt wurde.
Von dort wurde er am 6.12.1938 abgeholt und in die Psychiatrische Klinik nach Würzburg gebracht. Im Aufnahmeprotokoll der Klinik vom 6.12.1938, 23.05 Uhr, heißt es: "Der Junge wurde in der Nacht von einem Wohlfahrtsbeamten hier abgesetzt, da er aus der Anstalt Attl geholt worden war. Der Junge ist still, indolent, fügsam." Der Grund für die Verlegung von Josef Neller nach Würzburg findet sich in einem Schreiben des Wohlfahrt- und Jugendamtes der Stadt Würzburg. In diesem Schreiben äußert sich der unterzeichnende Beamte verwundert ob der Tatsache, dass noch kein Antrag auf Unfruchtbarmachung gestellt worden sei und verlangt von der Klinik Auskunft über das geplante weitere Vorgehen. In der Psychiatrischen Klinik Würzburg bleibt Josef Neller nur kurz: am 12.12.1938 wird er entlassen. Eine seiner Schwestern holt ihn ab und bringt ihn nach Hause. In der Akte heißt es lapidar: "wird heute zur Mutter gebracht, von der Schwester abgeholt".
Es ist anzunehmen, dass er die Monate bis zu seiner Aufnahme in Reichenbach am 19.8.1939 zu Hause versorgt wurde. In Reichenbach blieb Josef Neller bis 7.11.1940. Vom 19.5.1941 bis 27.6.1941 war er in Mainkofen untergebracht. Von dort aus wird er mit dem T4-Transport Nr. 4 am 27.6.1941 nach Hartheim gebracht und vermutlich noch am selben Tag ermordet.
   
Quelle BA Berlin R 179 Nr. 2287
Hauptbuch Mainkofen
Stadtarchiv Würzburg, Grundlisten
Archiv Bezirk Oberbayern
Autorin / Autor Petra Blasius
Paten Ärztekollegium der Kinderklinik und Polyklinik, Herr Prof.Dr.med. Johannes Wirbelauer
   
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