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Alois Gößl

 
geboren am 29.08.1891 in Karlstadt
Straße  Franz-Ludwig-Straße 8
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum27.06.1941
Todesdatum27.06.1941
TodesortHartheim
   
ledig, kath., Elektromonteur
29.11.1910 - 01.01.1911 und 17.01.1911 - 24.07.1911 Psych. Universitätsklinik Würzburg
24.07.1911 - 21.12.1913, 29.03. - 29.05.1917, 15.06. - 09.11.1917 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
09.11. - 18.12.1917, 07.01.1918 - 24.02.1919, 14.04.1919 - 02.101.1920 Psych. Universitätsklinik Würzburg
02.01.1920 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
19.11.1935 Anstalt Römershag
01.10.1938 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
04.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Lohr
12.10.1940 Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt Reichenbach/Oberpfalz
17.05.1940 Niederbayer. Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen
27.06.1941 Tötunganstalt Hartheim
   
Alois Gößl wird am 28. August 1891 als Sohn des Schlosserehepaars Alois und Marie Gößl in Karlstadt geboren und hat fünf Geschwister. Er besucht die Maschinenbauschule in Würzburg, ist gesund und erbringt gute Leistungen. Als Elektromonteur arbeitet er bei verschiedenen Firmen (Schuckert, Schott, Stöcker) und wird als fleißiger Arbeiter und Antialkoholiker beschrieben. Nachdem er angeblich am 24. September 1910 in den Main sprang, erfolgen zwei kürzere Aufenthalte in der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg: vom 29. November 1910 bis zum 01. Januar 1911 und vom 17. Januar bis zum 24. Juli 1911. Von hier aus kommt er in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck, wo er bis zum 21. Dezember 1913 bleibt. In den Jahren 1914 bis 1917 ist er im Gaswerk Würzburg beschäftigt. Danach folgen weitere Aufenthalte in Werneck: Vom 29. März bis zum 29. Mai 1917, und vom 15. Juni bis zum 09. November 1917.
Die Krankengeschichte der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg berichtet, dass er sich danach immer wieder mit Unterbrechungen in der Klinik befindet: vom 09. November bis zum 18. Dezember 1917, vom 07. Januar 1918 bis zum 24. Februar 1919 und vom 14. April 1919 bis zum 02. Januar 1920. Zwischendurch hält er sich bei seiner Familie auf, die jedoch nicht mehr mit ihm zurechtkommt. Schon ab 1918 kann er nicht mehr arbeiten und schläft meist am Tag. Er macht auch einen zunehmend verwirrten Eindruck. Seine Schwester fürchtet sich vor ihm.
Schließlich kommt er am 02. Januar 1920 endgültig in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck und bleibt dort bis man ihn am 19. November 1935 in die Pflegeanstalt Römershag überführt. Ab dem 01. Oktober 1938 befindet er sich wieder in Werneck. Die Briefe der Eltern zeigen, dass sie sich während all der Jahre um ihn gekümmert haben. Im Zuge der Räumung von Werneck wird er am 04. Oktober 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr verlegt.
In einem Gutachten aus Lohr wird berichtet, dass er schon seit 1909 geistig verändert war. Er glaubte sich verfolgt und wurde gewalttätig. Von Lohr überführt man ihn am 12. Oktober 1940 in die Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Opf.
Am 17. Mai 1941 kommt er mit einem Sammeltransport von Reichenbach in die Niederbayer. Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen, wird mit dem T4-Transport Nr. 4 am 27. Juni 1941 in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz verlegt und vermutlich am selben Tag ermordet.
   
Quelle Archiv des Bezirkskrankenhauses Lohr;
Standbuch der Heil-und Pflegeanstalt Werneck;
BA Berlin R 179 Archivnr. 5419;
Hauptbuch der Kreis- Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen;
Bewohnerbuch der Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Bamherzigen Brüder Reichenbach / Opf.;
Standesamt Karlstadt.
Autorin / Autor Inge Kaesemann
Paten Frau Susanne Rohrer, Herr Jörg Philipp
   
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