Alfons Wehr

   
geboren am 01.09.1893 in Rütschenhausen
Straße  Tröltschstraße 1a
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum04.07.1941
Todesdatum04.07.1940
TodesortHartheim
   
Drogist, ledig, katholisch
15.11.1915 - 15.01.1916 und 25.01.1916 - 16.06.1916 und 06.09.1920 - 16.04.1921 Werneck
27.05.1921 - 13.06.1921 und 16.05.1923 - 25.02.1924 und 06.06.1924 - 13.06.1924 Psych. Universitätsklinik Würzburg
03.06.1924 Heil- und Pflegeanstalt Werneck
05.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Lohr
02.11.1940 Wohltätigkeits und Pflegeanstalt Reichenbach/Oberpfalz
17.05.1941 Niederbayr. Kreis- und Pflgeanstalt Mainkofen
04.07.1941 Tötungsanstalt Hartheim
   
Am 1. September 1893 wird Alfons Wehr als Sohn des Lehrerehepaars Johann und Katharina Wehr in Rütschenhausen, Kreis Karlstadt geboren. Er erlernt den Beruf des Drogisten. Ab 1914 ist er Kriegsteilnehmer, kommt ins Lazarett und erhält anschließend eine Militärrente.

Von 15. November 1915 bis 15. Januar 1916 erfolgt die erste Aufnahme in der Heil- und Pflegeanstalt Werneck, von wo ihn seine Mutter abholt. Es folgen noch weitere Aufenthalte in Werneck: Vom 25. Januar bis 16. Juni 1916 und vom 6. September 1920 bis 16. April 1921. Danach befindet er sich immer wieder in der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg: Vom 27. Mai bis 13. Juni 1921, vom 16. Mai 1923 bis 25. Februar 1924 und vom 6. Juni bis 13. Juni 1924.

Ab dem 3. Juni 1924 ist er ununterbrochen in Werneck, bis er am 5. Oktober 1940 wegen der Räumung Wernecks in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr verlegt wird. Die vollständige Krankengeschichte aus Werneck ist in Lohr dokumentiert. Ihr liegen einige Briefe der Mutter mit der Frage nach der Gesundheit des Sohnes bei. Auch die Schwester fragt nach ihm. Zum Vormund ist Ludwig Deppisch, wohnhaft in der Valentin-Becker-Str. 4 bestimmt.

Am 2. November 1940 wird Alfons Wehr von Lohr in die Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Opf. transportiert. Von hier gelangt er am 17. Mai 1941 mit einem Sammeltransport in die Niederbayerische Kreis- Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen, wird mit dem T4-Tranport Nr.5 am 04. Juli 1941 nach Hartheim gebracht, "Ist im Auftrag des Reichsverteidigungskommissariats in eine andere Anstalt verlegt" und vermutlich noch am selben Tag ermordet. Im Standesamt Rütschenhausen ist als Todestag der 25. Juli 1941 vermerkt.
   
Quelle Archiv des Bezirkskrankenhauses Lohr;
BA Berlin R 179, Archivnr. 3057;
Hauptbuch der Kreis- Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen;
Standbuch der Heil- und Pflegeanstalt Werneck Aufnahmenr. 4682 und 5291;
Wohltätigkeits- und Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder Reichenbach/Opf.
Stadtarchiv Würzburg: Adressbücher;
Standesamt Rütschenhausen.
Autorin / Autor Gabi Ulm
Paten Herr Rolf Schlegelmilch
   
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