Rosa Kronthal

   
geboren am 23.01.1890 in Dettelbach
Straße  Gerberstraße 12
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga-Jungfernhof
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof und dort oder in der Nähe im Winter 1941/42 ermordet
   
Rosa Kronthal war das zweite Kind von Max und Babette Kronthal, geb. Holzer. Rosa wuchs in Dettelbach mit sechs weiteren Geschwistern auf: Martha (*1888), Simon (*1891), Selma (*1892), Ludwig (*1894), Karl (*1896) und Michael (*1899). Ihr Vater Max Kronthal war wie schon dessen Vater Weinhändler in Dettelbach. Die Familie wohnte erst in der Maingasse 258, dann – nach einem großen Brand im Jahr 1889 – im Haus Nr. 230. Heute steht das Gebäude in der Landgerichtsgasse Nr. 5.
Rosa verbrachte ihre Jugend in Dettelbach und besuchte die Werktags- und die Feiertagsschule. 1907 zog die Familie nach Würzburg in die Gerberstraße 12. Die Kellerei und den Weinhandel führte Max Kronthal jedoch in Dettelbach weiter, bis er 1924 starb.
Rosa arbeitete als Wirtschafterin in verschiedenen Städten, so zum Beispiel in Frankfurt, Heilbronn, Mannheim und Heidelberg. Wenn sie keine Arbeit hatte, zog sie vorübergehend zu den Eltern nach Würzburg.
Vermutlich von 1935 bis 1938 nahm Rosa Kronthal die als geistig behindert geltende Nanni Mendle, geb. Frankenthal, in der Gerberstraße 12 auf.
1937 wurde sie von ihrem Untermieter bei der Gestapo denunziert, weil sie am ersten Weihnachtstag ihre Wohnung geputzt habe. Die übrigen Hausbewohner bestätigten diese Behauptung nicht und die Anschuldigung wurde fallengelassen. Ab 1938 arbeitete Rosa Kronthal nach einem neunmonatigen Fortbildungskurs als Krankenpflegerin im Israelitischen Alters- und Siechenhaus in Würzburg. Als sie im Juli 1941 zur Zwangsarbeit eingeteilt wurde, bescheinigte man ihr Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit.
Alle ihre Bemühungen um eine Auswanderung in die USA scheiterten. Und das, obwohl ihre Schwester Martha, die bereits seit 1918 in den USA wohnte, mit ihrem Mann John Meyer eine Bürgschaft übernahm und 1939 Geld hinterlegte.
Von Würzburg aus wurde Rosa Kronthal am 27. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo sie vermutlich aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen in den folgenden Monaten starb.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten G 5177;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 S. 320;
Buch der Erinnerung: „Die ins Baltikum transportierten deutschen Juden“;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/905925 (02.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg9.jpg (02.06.2016).
Autorin / Autor Gabriele Schiwon
Paten Krankenschwestern Uniklink Würzburg , Frau Heimbucher
   
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