Sofie Reuss, geb. Heimann

   
geboren am 17.05.1863 in Würzburg
Straße  Bismarckstraße 17
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum11.11.1942
TodesortTheresienstadt
   
Sofie Reuss wurde am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und erlag nach weniger als zwei Monaten den unmenschlichen Lebensbedingungen am 11.11.1942 ehemaliger Wohnort: Harfenstr. 12
   
Sofie Reuss wurde am 17. Mai 1863 als Tochter von Heinrich und Hanna Heimann, geb. Silbermann in Würzburg geboren. Ihr Vater, der auch schon in Würzburg zur Welt gekommen war, arbeitete als Bäckermeister. Seit 1863 führte er einen Mehlgroßhandel am Pleicherring 5 (später umbenannt in Röntgenring).
Bereits 1851 – also mit 25 Jahren – wurde er als Bürger angenommen. Das Ehepaar Heimann hatte außer Sofie noch zwei weitere Kinder: Wilhelm (Jg. 1861) und Dina (Jg. 1867). Als der Vater Heinrich Heimann 1889 starb, übernahm Wilhelm die väterliche Futtermittelgroßhandlung Heinrich Heimann & Cie.
Sofie heiratete 1886 mit 23 Jahren den Kaufmann Emil Mendel Reuss (Jg. 1858) aus Lendershausen, der dort aus einer angesehenen Familie stammte. Die beiden lebten erst in Lendershausen, später in Hofheim. Im Jahr 1900 bekamen sie einen Sohn mit Namen Max, der aber eine Kinderkrankheit im Jahr 1903 nicht überlebte. Emil Reuss starb am 21.02.1916.
Nach seinem Tod kehrte Sofie nach Würzburg zurück und lebte in der Harfenstr. 12, wo auch ihre Schwester Dina wohnte. Sie war mit dem Zigarrengroßhändler Samuel Prager verheiratet und starb 1937 kinderlos.
Sofies Neffen Artur und Heinrich sowie die verwitwete Nichte Johanna, verh. Bloch, allesamt Kinder ihres Bruders Wilhelm, wohnten zunächst auch noch in Würzburg, verließen aber mit ihren Familien 1937/38 die Stadt. Ihnen allen gelang es wie auch ihrer Mutter, in die USA zu emigrieren, wo der Großneffe Werner Bloch (Jg. 1923) heute noch lebt.
Sofie Reuss hatte weniger Glück und blieb allein zurück. Sie musste Ende 1939 ins Altersheim Konradstr. 3 umziehen. Von dort wurde sie am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen schon nach kurzer Zeit starb.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 781, Artur Heimann;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900- 1945, Würzburg 1989, T.2, S. 248, 445, 458;
Memorial Book Victims of the Persecution of Jews under the National Socialist Tyranny in Germany 1933-1945, Reuss, Sofie: http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de (07/04/2014);
Stadtarchiv Würzburg, Einwohnermeldebögen.
Autorin / Autor Gabriele Schiwon
Paten Gabriele Schiwon
   
zurück