Nanni Mendle, geb. Frankenthal

   
geboren am 14.04.1890 in Schwanfeld
Straße  Schönleinstraße 8
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
Todesortim Raum Lublin
   
Am 25.04.1942 über Kransystaw nach Krasniczyn im Raum Lublin deportiert und vermutlich dort oder in der Nähe ermordet
   
Nanni Mendle, geb. Frankenthal, wurde in Schwanfeld bei Schweinfurt als Tochter von Josef Frankenthal und Clothilde, geb. Veilchenblau, geboren. Sie wuchs mit ihren sieben Brüdern Max (Jg. 1886), Gustav (Jg. 1888), Julius (Jg. 1894), Eugen (Jg. 1894), Sally (Jg. 1897), Moritz (Jg. 1898) und Karl (Jg. 1900) auf.
1920 heiratete sie den Kaufmann Ludwig Mendle (Jg. 1879), mit dem sie bald nach Augsburg zog. Die Ehe wurde nach einigen Jahren wieder geschieden. Vermutlich lebte das Paar vor der endgültigen Scheidung einige Zeit in Trennung.
Ab 1929 wohnte Nanni Mendle bei ihren Eltern Josef und Clothilde in der Schönleinstraße 8 in Würzburg. Auch ihr Bruder Karl lebte von 1932 bis 1934 mit im Haus. Ihre Brüder Max und Moritz betrieben im gleichen Gebäude die Weingroßhandlung Gebrüder Frankenthal. Nachdem die Eltern 1934 gestorben waren, lebte Nanni Mendle vermutlich bereits ab 1935 bei Rosa Kronthal und ihrer Familie in der Gerberstraße 12.
Nanni Mendle galt als geistig behindert. Wann man ihr diese Beeinträchtigung attestierte, wie schwer diese geistige Behinderung war und wann genau sie entmündigt wurde, ist unbekannt.
Ab 1938 lebte Nanni Mendle als Pfründnerin im jüdischen Altersheim in der Dürerstraße 20 und der Kaufmann Albert Schulhöfer nahm die Vormundschaft für sie wahr. Er wohnte im Haus Schönleinstraße 6, das Nanni Mendles Bruder Max Frankenthal gehörte. Rosa Kronthal konnte sich wahrscheinlich nicht mehr um Nanni Mendle kümmern, da sie ab 1938 im Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus als Krankenschwester arbeitete.
Am 25. April 1942 wurde Nanni Mendle über Krasnystaw nach Krasniczyn im Raum Lublin deportiert und dort oder in den Vernichtungslagern der Region ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg Gestapoakte 7368;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 385, 166 und 167;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/929830 (21.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=730122&ind=1 (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Nürnberg - Würzburg nach Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg46.jpg (21.06.2016).
Autorin / Autor Gabriele Ulm
Paten Frau Regine Samtleben
   
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