Gustav Frankenthal

   
geboren am 19.02.1888 in Schwanfeld
Straße  Rottendorfer Straße 9
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
Am 25.04.1942 über Kransnystaw nach Krasnyczin deportiert und vermutlich kurz darauf dort oder in den Vernichtungslagern der Region ermordet.
   
Gustav war der zweitälteste Sohn von Josef Frankenthal und Clothilde, geb. Veilchenblau. Die Familie lebte in Schwanfeld von der Landwirtschaft und vom Viehhandel. Gustav Frankenthal hatte sieben Geschwister: Max (Jg. 1886), Nanni (Jg. 1890), Julius (Jg. 1894), Eugen (Jg. 1894), Sally (Jg. 1897), Moritz (Jg. 1898) und Karl (Jg. 1900).
1913 zog Gustav Frankenthal mit seinem Bruder Max nach Würzburg und gründete dort mit ihm zusammen die Weinhandlung Gebrüder Frankenthal, aus der sich Gustav jedoch im Jahr 1922 wieder zurückzog. Die Brüder Eugen, Karl, Moritz und Sally arbeiteten zeitweise ebenfalls im Familienunternehmen, entweder als Angestellte oder als Teilhaber. Ab 1925 führte Gustav Frankenthal in Würzburg seine eigene Weingroßhandlung.
Er war mit der 1898 geborenen Nichtjüdin Rosa, geb. Bernhard, verheiratet. Um 1938 wurde die Ehe geschieden. Gustav Frankenthal musste seine Wohnung räumen und in die Bibrastraße 6 umziehen. Dort, im Internatsgebäude der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt, wurden die jüdischen Einwohner Würzburgs verstärkt seit Kriegsbeginn ghettoisiert.
Am 25. April 1942 wurde Gustav Frankenthal zur gleichen Zeit wie seine als geistig behindert geltenden Schwester Nanni über Krasnystaw nach Krasniczyn im Raum Lublin deportiert und dort oder in einem der Vernichtungslager in der Nähe ermordet.
Der Bruder Julius war bereits 1934 nach Palästina emigriert. Moritz wurde in Auschwitz, Eugen in Bergen-Belsen ermordet. Max überlebte die unmenschlichen Lebensbedingungen auf einem Transport von Bergen-Belsen nach Theresienstadt 1945 nicht. Karl war schon im Jahr 1940 in der Tötungsanstalt Hartheim ein Opfer der Aktion T4, der Ermordung behinderter Menschen, geworden. Über das Schicksal von Sally Frankenthal ist nach seinem Umzug nach Nürnberg 1920 nichts mehr bekannt.
Gustavs Eltern Clothilde und Josef Frankenthal blieb das Schlimmste erspart. Sie starben ca. 1934 im Alter von 73 bzw. 75 Jahren in Würzburg.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 166 f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868003 (19.05.2016);
Aktion „Wir wollen uns erinnern“, http://www.wir-wollen-uns-erinnern.de/ (19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=frankenthal&s_firstName=gustav&s_place=&itemId=1602770&ind=0&winId=1121701459846670161 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=frankenthal&s_firstName=gustav&s_place=&itemId=1189928&ind=2&winId=1121701459846670161 (19.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg44.jpg (07.06.2016).
Autorin / Autor Nina Gaiser
Paten Stammtisch Erzherzog Karl, Herr
   
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