zurück

Albert Schulhöfer

   
geboren am 23.10.1866 in Würzburg
Straße  Schönleinstraße 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum17.02.1944
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 17.02.1944 aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen gestorben
   
Albert wurde am 23. Oktober 1866 in Würzburg geboren. Seine Eltern waren Moses Schulhöfer und Jeanette, geb. Schwabacher. Beide Familien lebten schon seit Generationen in Würzburg und Umgebung.

Albert Schulhöfer arbeitete als Kaufmann und Reisender in Würzburg. 1895 heiratete er in Fürth Friederike, geb. Kürschner (Jg.1873). Die Tochter Marie wurde am 2. April 1898 in Würzburg geboren. Die Ehe wurde jedoch 1905 wieder geschieden. Bereits einige Jahre zuvor lebten Albert und Friederike Schulhöfer getrennt voneinander. Er war beruflich viel auf Reisen und zog 1902 von Heilbronn wieder nach Würzburg zu seinen Eltern in die Annastraße. Friederike Schulhöfer ging 1904 mit der gemeinsamen Tochter Marie zurück nach Fürth. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1905 zog Albert Schulhöfer mit seiner Mutter Jeanette in eine Wohnung am Marktplatz bis sie 1928 starb. Vermutlich Ende der zwanziger Jahre heiratete Albert Schulhöfer noch einmal, und zwar die aus Posen zugezogene Rosa Lachmann (Jg.1880). Zusammen zogen sie in die Schönleinstraße 6. Die Ehe blieb kinderlos.

Albert Schulhöfer war Mitglied im jüdischen Kulturbund.

1938 übernahm Albert Schulhöfer die Vormundschaft für seine als geistig behindert geltende Nachbarin Nanni Mendle, geb. Frankenthal (Jg.1890), die im gleichen Jahr in das Jüdische Altersheim in der Dürerstraße 20 zog. Seit Januar 1939 verwaltete Albert Schulhöfer das Wohnheim Bibrastraße 6 im Internatsgebäude der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt, das nach der Schließung der ILBA im November 1938 von den Nationalsozialisten zur Sammelunterkunft für Juden erklärt wurde. Zwei Monate später zog er auch dort ein.

Am Nachmittag des 23. September 1942 bestieg Albert Schulhöfer mit seiner Ehefrau Rosa und 560 weiteren Juden aus Mainfranken den Deportationszug nach Theresienstadt. Bei den Kontrollen im Platz'schen Garten waren ihm zuvor noch zwei silberne Esslöffel abgenommen worden. In Theresienstadt erlag er nach anderthalb Jahren am 17. Februar 1944 den unmenschlichen Lebensbedingungen.

Rosa Schulhöfer wurde noch im gleichen Jahr, am 9. Oktober 1944, von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich sofort ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg Gestapo 18879, Bl. 80;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 324; T. 2, S. 525, 532 ff., 545;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/969278 (22.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1633908&ind=0 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1655401&ind=2 (22.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-22.jpg (22.06.2016).
Autorin / Autor Kristin Höhn
Paten Herr Philippe Düll
   
zurück