Dorothea Löblein geb. Haberkamm

   
geboren am 23.06.1878 in Peppenhöchstädt (Neustadt/Aisch)
Straße  Schildhof 5
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1940
Todesdatum27.11.1940
TodesortPirna-Sonnenstein
   
Händlerin, geschieden, evangelisch
08.03.1934 - 04.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck Nr 6124
mit Transport Nr. 13/Bayern am 04. 10. 1940 in die Landesanstalt Arnsdorf verlegt
27.11.1940 Pirna-Sonnenstein, vermutl. noch am gleichen Tag ermordet
Todesdatum im Meldebogen Peppenhöchstädt 01.12.1940
   
Dorothea Löblein wird am 23. Juni 1878 als Tochter des Landwirts Michael Haberkamm und seiner Frau Dorothea, geb. Seubert in Peppenhöchstädt in Mittelfranken geboren. Sie wächst zusammen mit ihrem Bruder Peter, geboren am 22. April 1877 auf.
Am 26. Oktober 1901 heiratet sie den aus Altenschönbach bei Gerolzhofen stammenden Friedrich Löblein. Die Heirat findet in Mühlheim an der Ruhr statt, wo das Paar inzwischen lebt. Am 24. Februar 1902 wird die Tochter Berta geboren. Am 26. September 1912 kommt Sohn Christof in Dortmund zur Welt. Der jüngste Sohn Georg wird am 26. Dezember 1913 ebenfalls in Dortmund, geboren.
Die Familie zieht in diesen Jahren nach Würzburg. Die Eltern lassen sich scheiden. Dorothea Löblein lebt fortan allein. Friedrich Löblein heiratet erneut. Die Söhne Christof und Georg leben von 1919 bis 1928 in der Evangelischen Kinderpflege in Grombühl. Dorothea Löblein versucht immer wieder ihren Sohn Christof zu sich zu holen, indem sie ihn aus dem Heim "entführt". (Eintrag im Matrikelbuch des Heimes).
Dorothea Löblein verdient sich ihren Lebensunterhalt als Händlerin und wechselt häufiger die Wohnungen. Sie hat immer wieder Schwierigkeiten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ist von Pfändungen bedroht. Ab 1925 wohnt sie in der Marienanstalt im Schildhof. Ihr Sohn Christof wohnt in dieser Zeit auch immer wieder bei ihr. Er absolviert eine Gärtnerlehre.
Am 03. März 1934 wird Dorothea Löblein in die Heil- und Pflegeanstalt Werneck eingewiesen, in der sie bis zur Räumung Wernecks am 04. Oktober 1940 lebt. Sie wird in die Landesanstalt im sächsischen Arnsdorf verlegt. Von dort wird sie am 27. November 1940 nach Pirna-Sonnenstein gebracht und wahrscheinlich noch am selben Tag ermordet.
Ihr Sohn Christof kommt 1936 für ein Jahr ins Konzentrationslager Dachau. Dort wird er zwangssterilisiert. Er überlebt, anders als seine Mutter, die menschenverachtende NS-Gewaltherrschaft.
   
Quelle KK Pirna- Sonnenstein Quelle LA Arnsdorf;
Staatsarchiv Wiesbaden;
Standbuch Werneck;
Stadtarchiv Würzburg Einwohnermeldebogen;
Matrikelbuch der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Würzburg-Grombühl;
Standesamt Uehlfeld Geburtsurkunden.
Autorin / Autor Gabriele Ulm
Paten Herr Josef Haiß
   
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