Karoline Fuhrmann, geb. Strauß

   
geboren am 23.01.1866 in Obermoschel, Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz
Straße  Dürerstraße 14
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum16.10.1942
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 16.10.1942 ermordet
   
Karoline (Karolina, Lina) Fuhrmann, geb. Strauß stammte aus einer Familie von Lehrern. Ihr Vater Feist Strauß (1834-1898) wie auch ihr Großvater Wolf Strauß, der im unterfränkischen Kleinheubach unterrichtet hatte, waren welche. Dies galt aber auch für den Vater ihrer Mutter Sophie, geb. Schwab, der in Westheim bei Haßfurt (?) wirkte. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit an den jüdischen Elementar- oder Religionsschulen kam den Lehrern aufgrund ihrer Ausbildung eine wichtige Rolle in den zahlreichen kleinen Gemeinden in Dörfern und Kleinstädten in Süddeutschland zu.
Schon als kleines Kind zog Karoline 1868 mit ihrer Familie in das bayerisch-schwäbische Oettingen (Landkreis Donau-Ries). Sie hatte mindestens einen Bruder und drei Schwestern, die später anlässlich der Beerdigung des Vaters in Oettingen 1898 erwähnt werden. Ihre Schwester Henriette war die Ehefrau des Lehrers Leopold Gutmann, der seinem Schwiegervater in Oettingen (1898 – 1930) nachfolgte. Als Witwe zog sie um 1938 nach Würzburg in das Heim Konradstr. 3. Sie wurde zusammen mit ihrer Schwester Karoline am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 13. Februar 1943.
Karoline selbst lebte in Oettingen, bevor sie 24-jährig um 1890 Isak Fuhrmann (geb. 1857) heiratete und mit ihm in Fürfeld im heutigen Landkreis Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz, wohnte. Die Ehe blieb anscheinend kinderlos und ihr Mann starb bereits 1904.
Als Witwe kehrte sie ein Jahr später nach Oettingen zurück und betrieb dort einen „Viktualienhandel“ - ein Lebensmittelgeschäft. Nach einem arbeitsamen Leben zog Karoline Fuhrmann mit 68 Jahren im September 1934 nach Würzburg in das Altersheim an der Dürerstr. 20. In hohem Alter wurde sie wie alle übrigen Patienten des Krankenhauses und die Einwohner der Altenheime am 23. September 1942 von hier nach Theresienstadt verschleppt. Aus Angst vor der öffentlichen Meinung transportierte die Gestapo ihre meist gebrechlichen Opfer dieser Deportation mit Bussen zum Güterbahnhof Aumühle. Schon drei Wochen später, am 16. Oktober 1942, starb Karoline Fuhrmann aufgrund der Strapazen des Transports und der unmenschlichen Lebensbedingungen im Lager.
   
Quelle Heimatmuseum Oettingen (Auskunft Dr. Petra Ostenrieder v. 21. Sept. 2012);
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 186;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de872122 (19.05.2016);
Alemannia Judaica, Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum, http://www.alemannia-judaica.de/index.htm (Synagoge Obermoschel, Synagoge Oettingen, 19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=fuhrmann&s_firstName=karoline&s_place=&itemId=1337443&ind=3&winId=-1206984322280503479 (07.06.2016), die Angabe „Etingen“, Sachsen, in der Datenbank beruht auf einer Verwechslung;
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/11552-karolina-fuhrmann/ (19.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern. Nürnberg – Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-7.jpg (07.06.2016).
Autorin / Autor Reiner Strätz
Paten Bayerische Bereitschaftspolizeiabteilung Würzburg, Herr Uwe Hückmann
   
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