Ernst Essinger

   
geboren am 27.02.1895 in Zürich
Straße  Glockengasse 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga-Jungfernhof oder in der Nähe
   
Am 27.11.1941 über Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen umgekommen.
   
Ernst Essinger wurde 1895 als Sohn des deutschstämmigen Kaufmanns Salomon Essinger und seiner Frau Elisabetha in Zürich geboren.
Als gelernter Koch und Konditor war er wohl seit 1928 bei der Würzburger Bäckerei Steuermann in der Glockengasse 4 angestellt, wo er auch wohnte. Dessen Besitzer Jakob Steuermann war im Juli desselben Jahres verstorben und der Schwiegersohn Benno Hahn hatte das Geschäft übernommen. Vermutlich lernte Ernst dort auch seine Frau Mirjam, geb. Adler (Jg. 1908) kennen. Mirjams Tante Thekla war die Witwe des Bäckereibesitzers Jakob Steuermann.
Anfang der 1930er Jahre, vermutlich nach 1932, baute sich Ernst mit einer eigenen Bäckerei in Wuppertal-Elberfeld eine neue Existenz auf. Er und Mirjam heirateten in dieser Zeit, ihr Sohn Werner kam im Januar 1935 in Wuppertal zur Welt. Im sogenannten Boykottheft der Wuppertaler NSDAP 1935 verzeichnet, wurde die Bäckerei Essinger im gleichen Jahr wahrscheinlich Ziel staatlich verordneter Boykottmaßnahmen.
Vermutlich 1938 kehrte die Familie zurück nach Würzburg, wo das zweite Kind Sanny/Fanny (?) am 2. Dezember 1938 geboren wurde. Wie einige Jahre zuvor wohnten sie in der Glockengasse 4. Doch auch hier war nichts mehr wie vorher: Mirjams Tante Thekla war 1936 gestorben, Haus und Bäckerei waren arisiert und Benno Hahn, der die Bäckerei seit 1928 geführt hatte, musste ab 1940/41 Zwangsarbeit leisten.
Am 27. November 1941 wurde Ernst Essinger mit seiner Frau Mirjam, dem sechsjährigen Werner und dem noch nicht einmal dreijährigen Kind Sanny/Fanny (?) nach Riga-Jungfernhof deportiert. Dort oder in der Nähe ist Ernst Essinger mit seiner Familie aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen umgekommen.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 S. 138 / S. 52, T. 2, S. 603;
Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Auskunft von Dr. Ulrike Schrader, Aug. 2014;
Auszug aus dem Geburtsregister Nr. 1/335/669 der Stadt Zürich;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher;
Einwohnermeldeamt Bad Neustadt a.d. Saale;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1008347 (19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=essinger&s_firstName=ernst&s_place=&itemId=5364362&ind=1&winId=-421745801825558586 (02.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, Autorin / Autor
Gabriele Schivon
Paten Herrn Mathias Repiscus, Frau Monika Wagner-Repiscus
   
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