Leo (Leon) Schäler

   
geboren am 25.09.1861 in Schwanfeld
Straße  Beim Grafeneckart  13
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum11.10.1942
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und am 11.10.1942 dort ermordet
   
Leo Schäler wurde im Jahr 1861 als zweitältestes Kind von Moses und Babette Schäler, geb. Ackermann, in Schwanfeld geboren. Er wuchs mit seinen sechs Geschwistern Amalie (Jg.1859), Gertraud (Jg.1866), Simon (Jg.1868), Berta (Jg.1873), Salomon und Emanuel auf. Die Familie lebte vom Häutehandel bis der Vater Moses Schäler 1892 starb.

Leo Schäler verließ die Region und verdiente sich als Kaufmann seinen Lebensunterhalt. Im Jahr 1917 zog er von Frankfurt nach Würzburg, wo sein Bruder Simon in der Pleichertorstr. 4 eine Fell- und Häutehandlung führte. Beim Grafeneckart 13 wohnte Leo zuerst zusammen mit seinen Geschwistern Simon und Gertraud sowie der Mutter Babette, die jedoch 1928 starb.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1936 zog auch die Schwester Amalie Stern in die Würzburger Wohnung der Geschwister Schäler ein. Bis 1938 war der nun 77-jährige Leo Schäler als Agent für Tuchwaren beschäftigt. Sein Versuch, im gleichen Jahr nach England zu emigrieren, scheiterte.

Im Dezember 1940 durchsuchte die Gestapo die Würzburger Altstadt-Wohnung der Geschwister Schäler, um deren Vermögensverhältnisse festzustellen. Danach wurden deren monatliche Freibeträge drastisch herabgestuft. Etwa zwei Jahre später musste Leo Schäler mit seinen Geschwistern Simon und Gertraud ins jüdische Altersheim in der Konradstraße 3 ziehen. Die Schwester Amalie Stern war bereits ein Jahr zuvor dorthin gebracht worden.

Am 23. September 1942 wurde Leo Schäler zusammen mit seinem Bruder und seinen Schwestern nach Theresienstadt deportiert, wo er aufgrund der Strapazen des Transports und der unmenschlichen Lebensbedingungen vor Ort am 11. Oktober 1942 starb. Sein gesamtes Vermögen wurde nach seinem Tod von den NS-Behörden eingezogen.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 11934;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 503, 504;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/963523 (22.06.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/30656-leon-sch-ler/ (22.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-21.jpg (22.06.2016).
Autorin / Autor Gabriele Ulm
Paten Frau Gertrud Lang , Herr Lothar Krämer
   
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