Felix Fechenbach

      
geboren am 28.01.1894 in (Bad) Mergentheim
Straße  Ursulinergasse 2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum11.03.1933
Todesdatum07.08.1933
Todesortbei Detmold/Westf.
   
verhaftet am 11.03.1933 in Detmold, ermordet am 07.08.1933 bei Detmold/Westf.
   
In Würzburg aufgewachsen, besuchte er hier die Volksschule und die Realschule und half als Schüler im elterlichen Bäckereibetrieb mit. 1907 - 1911 war er Lehrling, dann Kommis in einer hiesigen Schuhwarenhandlung und damals bereits gewerkschaftlich aktiv.
1911 ging er als kaufmännischer Angestellter nach Frankfurt a.M.,wo er sich schon aktiv an einem Arbeitskampf beteiligte, 1912 nach München, wo er erstmals in der Gewerkschaftspresse journalistisch tätig wurde.
1914/15 war er Kriegsteilnehmer, wurde schwer verwundet und mit dem EK II ausgezeichnet.
Danach war er wieder in München und in der Parteiarbeit der SPD aktiv. Er schloss sich dem Kreis um Kurt Eisner an und nahm im Januar 1918 am Munitionsarbeiterstreik teil. Am 7. November 1918 unterstützte er Eisner auf einer Volksversammlung bei der Ausrufung der bayerischen Republik. Er wurde Eisners Privatsekretär (persönlicher Referent) und war Mitglied im Landessoldatenrat, fand aber wenig später zur Mehrheits-SPD zurück. Er wurde in einem politischen Skandalprozess 1922 wegen angeblicher Veröffentlichung von Geheimdokumenten zur Kriegsschuldfrage (die tatsächlich aber schon vorher veröffentlicht gewesen waren) zu elf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Im Dezember 1924 wurde er aufgrund der Intervention angesehener Publizisten vorzeitig aus dem Zuchthaus Ebrach entlassen und erhielt durch das Reichsgericht ("Lex Fechenbach") eine teilweise Wiedergutmachung. Fechenbach wirkte dann als Journalist und Buchautor in Berlin, ab 1929 war er Redakteur beim Detmolder Volksblatt. Durch scharfe und ironische Zeitungsartikel und als Parteiredner zog er sich den besonderen Hass der regionalen NSDAP zu.
Im März 1933 wurde er zusammen mit anderen SPD-Prominenten in "Schutzhaft" genommen und - wie er Freunden vorhergesagt hatte - am 7. August 1933 auf der Fahrt zur Überstellung in ein bayerisches KZ "auf der Flucht" erschossen. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Rimbeck bei Scherfede/Westf. beerdigt. Seiner Frau und ihren drei Kindern gelang 1933 die Flucht in die Schweiz.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 139;
Herm. Schueler, Auf der Flucht erschossen. Felix Fechenbach 1894 - 1933. Eine Biographie, Köln 1981.
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1000377 (19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=fechenbach&s_firstName=felix&s_place=&itemId=5876144&ind=1&winId=1121701459846670161 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=fechenbach&s_firstName=felix&s_place=&itemId=9140255&ind=2&winId=1121701459846670161 (19.05.2016).

Fotos: Yad Vashem
Autorin / Autor Hans-Peter Baum
Paten Der Felix-Fechenbach-Kreis, Herr Helmut Försch
   
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