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Nanni Kurzmann

   
geboren am 25.10.1879 in Maroldsweisach i. Ufr.
Straße  Dürerstraße 20
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatum00.00.1942
TodesortRegion Lublin
   
am 25.04.1942 nach Krasniczyn deportiert und nach wenigen Wochen oder Monaten im Raum Lublin ermordet
   
Nanni Kurzmann kam am 25. Oktober 1879 in Maroldsweisach im Osten Unterfrankens zur Welt. Ihr Vater war der Religionslehrer Isaak Kurzmann (1848-1931), der aus Würzburg in die Marktgemeinde gekommen war. Die Mutter Jette Kurzmann, geb. Baumann (1849-1925), stammte aus Dittlofsroda. Zum Zeitpunkt von Nannis Geburt wohnte die Familie im Haus Nr. 63, bei dem es sich um ein Anwesen am südlichen Ortsrand in der heutigen Vorstadtstraße handelte. Nanni wuchs mit den zwei jüngeren Brüdern Emanuel (1881-ca. 1942) und Samuel (1888-ca. 1943) auf.
Vor 1888 kam die Familie von Maroldsweisach nach Burghaslach. Am 15. September 1897 zog die siebzehnjährige Nanni mit ihren Eltern und Geschwistern von dort in das etwa 35 Kilometer entfernte Schweinfurt um. Aus dieser Zeit ist nichts über Nanni bekannt. Eine Ausbildung absolvierte sie allem Anschein nach nicht. Seit 1906 wohnte die Familie dort in der Langen Zehntstraße 15. Die Mutter starb am 17. März 1925, der Vater am 11. Januar 1931. Danach verließ Nanni Kurzmann Schweinfurt im März 1932 und siedelte sich in Würzburg an.
Sie lebte im Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus in der Dürerstraße 20. Ob und welcher Tätigkeit sie dort nachging, ist nicht bekannt, auch nicht, ob die 52-Jährige möglicherweise aufgrund einer Krankheit nicht arbeiten konnte. Weitere Familienmitglieder zogen im Laufe der folgenden Jahre nach Würzburg, mehrere auch in die Dürerstraße 20. So arbeitete Nannis Nichte Hertha, die Tochter ihres Bruders Emanuel und seiner Frau Karoline, geb. Hommel (1880-ca. 1942), seit April 1934 als Köchin im Pfründnerhaus. Nannis Cousinen Nanni (1879-1942) und Jette Kurzmann (1883-1942) folgten im August 1937, sie waren als Haushälterin und als Krankenschwester tätig. Nannis Bruder Emanuel wohnte bis zu seiner Deportation 1941 ebenfalls in Würzburg, er wurde 1939 zur Zwangsarbeit beim städtischen Tiefbauamt verpflichtet. Samuel hingegen war im Jahr 1929 bereits nach Berlin verzogen. Anfang 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Auch Nanni Kurzmann blieb das Schicksal der Deportation nicht erspart. Am 25. April 1942, knapp einen Monat nach ihren beiden Cousinen, wurde sie von Würzburg ebenfalls nach Ostpolen verschleppt, konkret nach Krasnystaw in der Nähe von Lublin. Von dort musste sie mit den anderen Deportierten ins ca. 15 km entfernte Krasniczyn laufen. Nanni Kurzmann wurde vermutlich wenig später hier oder in einem Vernichtungslager der Region Lublin ermordet. Am 18. Juli 1961 erklärte das Amtsgericht Würzburg sie für tot.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 323;
Stadtarchiv Schweinfurt, Anzeigeblatt, Meldekarte (Auskunft Elisabeth Böhrer);
Standesamt Maroldsweisach, Geb. Reg. Nr. 18/1879 (Auskunft Elisabeth Böhrer);
Stadtarchiv Schweinfurt, Anzeigeblatt (für Zuzug) und Meldekarte (für Wegzug) (Auskunft Elisabeth Böhrer);
Staatsarchiv Würzburg, Gestapostelle 18876, Deportationsliste vom 25.04.1942 nach Krasniczyn;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de906932 (10.02.2017).
Autorin / Autor Ferdinand Leuxner
Paten GLENPRO, Ingenieurgemeinschaft GLENPRO
   
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