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Getta Eisenheimer

   
geboren am 08.05.1862 in Wiesenbronn
Straße  Glockengasse 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum12.10.1942
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 12.10.1942 ermordet
   
Getta wurde in Wiesenbronn als drittes Kind des Ehepaars Hirsch Eisenheimer (1821-1900) und Sofie, geb. Fuchs (auch Ziva, Zipha) (1829-1900) geboren. Die Mutter stammte aus Fuchsstadt. Von ihren fünf Geschwistern war ihr Bruder Simon (1859-1942) als erster auf die Welt gekommen, ihm folgten Gela (Gäla) (1860-1929) und dann Güdel (Gidel, Lina) (1865-1943), Jeanette (geb. 1866) und Abraham (1873-1940).

Getta zog als erste der Geschwister Eisenheimer im August 1883 nach Würzburg; dort wechselte sie zunächst mehrmals ihre Adresse. Sie betrieb mit Zerline Rosenbaum, geb. Fuchs, einer Fuchsstädter Verwandten mütterlicherseits, das Schuhwarengeschäft Fuchs & Eisenheimer, das sich lange Zeit in der Sandgasse 3, dann in der Domstraße 68 ½ und ab 1902 dann in der Plattnerstraße 1 befand. 1907 hatte sie unter dieser Adresse auch kurz ihren Wohnsitz. 1909 wurde der Laden abgemeldet.

Von 1911 bis 1932 wohnte Getta zusammen mit ihrer Schwester Gela in der Plattnerstraße 10. Gela starb 1929. Für fünf Jahre lebte Getta dann ab 1932 bei ihrem Bruder Simon in der Glockengasse 6. Von dort zog sie im November 1937, inzwischen 75-jährig, ins Jüdische Altersheim in der Dürerstraße. Ihre Schwester Lina, seit 1898 mit Leopold Altmann verheiratet, war in den 1890er Jahren und 1917/18 ebenfalls in Würzburg ansässig gewesen. Im November 1938 zog sie mit ihrem Mann – vermutlich nicht ganz freiwillig – ebenfalls in das Altersheim in der Dürerstraße.

Am 23.09.1942 wurde Getta Eisenheimer nach Theresienstadt deportiert. Dass sie dort bereits nach knapp drei Wochen starb, deutet über die menschenunwürdigen Lebensverhältnisse hinaus darauf hin, dass sie krank war und nicht behandelt wurde. Auch ihre Geschwister Simon mit seiner Frau Rachel und Lina mit Mann Leopold Altmann waren mit ihr im gleichen Transport und kamen bald nach ihr im Dezember 1942 bzw. im März und August 1943 ums Leben.

Die jüngste Schwester Jeanette war bereits im Oktober 1892 in die USA ausgewandert. Dort verliert sich ihre Spur. Abraham, der letzte in der Reihe der Geschwister, war 1940 in Darmstadt gestorben, wo er als Versicherungsvertreter gearbeitet hatte. Seine Töchter Mally (Jg.1900) und Sophie (Jg.1899) hatten ihre Tante in der Plattnerstraße gelegentlich besucht. Die beiden überlebten ebenso wie die dritte Tochter Gertrud durch Emigration.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 130;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de856872 (29.10.2017); Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich ebenfalls im Gedenkbuch;
Todesfallanzeige: Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/datenbank-der-digitalisierten-dokumenten/dokument/86502-eisenheimer-getta-todesfallanzeige-ghetto-theresienstadt/ (29.10.2017);
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Getta Eisenheimer und ihre Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/Datenbank/ (29.10.2017);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1883-1940, Einwohnermeldebögen Getta Eisenheimer, Gela und Güdel Eisenheimer, Grundlisten Plattnerstraße 10, Glockengasse 6, Adressbücher 1883-1941;
Staatsarchiv Würzburg, Jüdisches Standesregister 154 Wiesenbronn;
Suche nach Angehörigen von Getta Eisenheimer bei Familysearch, https://familysearch.org/ark:/61903/1:1:J6TC-343 und Geni.com, https://www.geni.com/people/Abraham-Eisenheimer/6000000017423274454.
Autorin / Autor Ingrid Sontag
Paten Frau Martina Horbelt, Herr Peter Horbelt
   
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