Karl-Heinz Winterstein

    
geboren am 25.06.1940 in Würzburg
Straße  Am Pleidenturm 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum16.03.1944
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
am 16.3.1944 nach Auschwitz deportiert und dort bald darauf ermordet
   
Karl-Heinz Winterstein, ältester Sohn von Anneliese Winterstein (1924-1944), wuchs in der bekannten Sinti-Großfamilie mit der Mutter, den Großeltern Karl (1896-1944) und Elisabeth (1903-1945) und weiteren Verwandten am Pleidenturm 6 auf. Drei Jahre nach ihm kam sein Bruder Waldemar im September 1943 auf die Welt.
Da seine Mutter zum Zeitpunkt der Geburt erst 16 Jahre alt war, wurde Fürsorgeerziehung angeordnet und sie wurde in ein Mädchenerziehungsheim im Raum Nürnberg verbracht. In dieser Zeit blieb er sicher bei seinen Großeltern.
Als seine Mutter im Mai 1942 wieder nach Hause durfte, nahm sie eine Arbeit als Wäscherin und Büglerin bei einer Reinigungs- und Desinfektionsfirma arbeiten. Bevor sein Bruder im September 1943 auf die Welt kam, musste seine Mutter eine Haftstrafe abbüßen, weil sie nicht zur Arbeit erschienen war.
Zusammen mit der Mutter, dem 5 Monate alten Bruder, den Großeltern und weiteren Verwandten wurde der vierjährige Junge am 16.3.1944 in das „Zigeunerlager“ Auschwitz deportiert, wo er aufgrund der verheerenden Bedingungen keine Überlebenschance hatte. Sein Todesdatum ist nicht bekannt.
Aus seiner engeren Verwandtschaft überlebte nur die Schwester seiner Mutter Eleonore Winterstein.
Biographie erstellt Juli 2006, überarbeitet Mai 2016
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 17421;
Roland Flade, Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer Würzburger Sinti-Familie im „Dritten Reich“, Schöningh Verlag, Würzburg 2008.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Das Wirsberggymnasium
   
zurück