Dr. Klara Oppenheimer

   
geboren am 06.11.1867 in Frankfurt
Straße  Friedenstraße 26
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum17.05.1943
TodesortKZ Theresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 17.05.1943 ermordet
   
Dr. Klara Oppenheimer war 1875 mit ihren Eltern und zwei Schwestern - eine großbürgerliche Familie jüdischer Herkunft, assimiliert und eng verbunden mit der deutschen Kultur - aus Frankfurt nach Würzburg gekommen. Als 1903 erstmals in Bayern Frauen zum regulären Studium zugelassen wurden, holte die examinierte Lehrerin das Abitur nach und schrieb sich 1905 an der Universität Würzburg als Medizinstudentin ein.
Bereits vor ihrem Studium hatte sie sich für die Gleichberechtigung der Frauen engagiert. So arbeitete sie im Verein "Frauenheil" mit, der sich für die "Förderung höherer Bildung des weiblichen Geschlechts und der Erwerbstätigkeit der auf eigenen Unterhalt angewiesenen Frauen" einsetzte. Während ihres Studiums wurde sie zweite Vorsitzende des "Vereins studierender Frauen".
1912 erhielt Klara Oppenheimer die Approbation. Nach verschiedenen Stellen als Assistenzärztin eröffnete sie im Juni 1918 eine Praxis für Säuglings- und Kinderkrankheiten. Sie war damit die erste Ärztin mit eigener Praxis in Würzburg. Auch jetzt setzte sie sich weiter für die Rechte von Mädchen und Frauen ein - als zweite Vorsitzende im örtlichen "Frauenstimmrechtsverein" und als Mitglied im Vorstand der Sophienschule, einer Bildungseinrichtung für Mädchen.
Ab 1933 hatte Klara Oppenheimer unter dem Nazi-Terror zu leiden. Ihre Rente wurde gekürzt, ein Ausreiseantrag in die Schweiz abgelehnt. Ihr Haus wurde zu einem "Judenhaus" gemacht und sie selbst im August 1941 zwangsweise in ein jüdisches Altenheim umgesiedelt.
Am 23. September 1942 wurde Klara Oppenheimer ins KZ Theresienstadt deportiert, wo sie am 17. Mai 1943 ums Leben kam.
   
Quelle Christiane Weisner, Lebenswege, Begleitheft zur Ausstellung "Forschen, Lehren, Aufbegehren", Hrsg. Frauenbeauftragte der Uni Würzburg, Würzburg 2003;
Werner Dettelbacher, Dr. Klara Oppenheimer- die erste niedergelassene Kinderärztin Würzburgs, Würzburger medizinische Mitteilungen, Band 21, 2002;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 424, 428;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/940686 (21.06.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/26970-klara-oppenheimer/ (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg – Regensburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-17.jpg (21.06.2016).

Foto: Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken.
Autorin / Autor Georg Rosenthal
Paten Die Gesellschaft für Politische Bildung, Herr Georg Rosenthal
   
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