Ernst Ruschkewitz

   
geboren am 05.11.1903 in Würzburg
Straße  Schönbornstraße 3
Stadtteil Altstadt
Todesdatum31.03.1945
TodesortBuchenwald
   
ermordet 31. 3. 1945 in Buchenwald
Ludwigstraße 1 1/2
Diese Adresse ist nicht der Verlegeort. Der Stolperstein wird vor dem ehemaligen Kaufhaus Ruschkewitz in der Schönbornstraße 3 verlegt.
   
Ernst Ruschkewitz besuchte in Würzburg die Volksschule und das Institut Adam, eine private Realschule, und trat danach in die väterliche Firma Kaufhaus Ruschkewitz ein. Nach einer kaufmännischen Ausbildung, die er anscheinend teilweise auch in Berlin absolvierte, war er zuletzt Geschäftsführer des Einheitspreisgeschäfts "Wohlwert" in den Eichhornstraße 5, einer Filiale des Familienbetriebs. Er war Rennruderer in der Würzburger Rudergesellschaft von 1905 und Mitglied in einigen jüdischen Vereinen. Im Januar 1936, nach der "Arisierung" der Firma Ruschkewitz, emigrierte er mit seiner Familie in die Niederlande. Er zog zunächst nach Den Haag, 1940 in den kleinen, zwischen Rotterdam und Utrecht gelegenen Ort Bodegraven. In den Niederlanden versuchte er unter großen Schwierigkeiten als Reisender Fuß zu fassen. Im Herbst 1942 wurde er mit Frau und Sohn über Gouda und Amsterdam ins Lager Westerbork gebracht und von dort nach Auschwitz deportiert. Bei der Ankunft wurde er von seiner Familie getrennt; seine Frau und sein Sohn wurden sofort ermordet, was er aber nie erfuhr. Ernst Ruschkewitz selbst kam in verschiedene Außenlager von Auschwitz, wo er von seinen Mitgefangenen zum Kapo gewählt wurde und in ganz unterschiedlichen Tätigkeiten eingesetzt wurde; anscheinend arbeitete er hauptsächlich beim Bau einer Kohlehydrieranlage. Er blieb bis zur Räumung Ende Januar 1945 im Auschwitzer Außenlager Blechhammer. Er überlebte den Todesmarsch von Blechhammer nach Groß Rosen und den Transport von da nach Buchenwald. Dort endete unter ungeklärten Umständen sein Leben. Während seiner gesamten Zeit im Lager führte er für seine Familie ein sehr anrührendes Tagebuch, das detailliert das Leben im Konzentrationslager beschreibt.
   
Quelle Reiner Strätz, Biogr. Handb.Würzburger Juden
Roland Flade, Die Würzburger Juden.
Autorin / Autor Dr. Hans-Peter Baum
Paten Frau Marianne Erben
   
zurück