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Thirza Goldschmidt

   
geboren am 08.01.1932 in Würzburg
Straße  Dominikanergasse 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatum00.00.1942
TodesortIzbica
   
am 25.04.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin vermutlich bald darauf ermordet
   
Thirzas Vater war der Herrenschneider und Kolonialwarenhändler Isaak Goldschmidt (Jg.1893) aus Züntersbach bei Schlüchtern, der von Brückenau Anfang der 20er Jahre in Würzburg zugezogen war. Ihre Mutter Ella geb. Frank (Jg.1895) war in Rödelsee mit vielen Geschwistern aufgewachsen, wo ihr Vater Abraham Frank lange Jahre als Religionslehrer tätig war. Thirza hatte zwei ältere Geschwister: Fanny war 1924 und Manfred 1928 auf die Welt gekommen. Drei Jahre nach ihr wurde noch ihr kleiner Bruder Leopold geboren. Die Familie lebte in der Altstadt in der Dominikanergasse 6.

Thirza kann nur noch wenige Jahre in Würzburg die Schule besucht haben, höchstwahrscheinlich die Israelitische Volksschule, solange sie noch betrieben werden durfte. Andere Schulen hätten ihr als Jüdin schon nicht mehr offen gestanden, da sie ja kaum vor 1938 eingeschult worden war und Juden danach nur noch jüdische Schulen besuchen durften.

Zusammen mit ihren Eltern und den zwei jüngeren Geschwistern wurde Thirza am 25. April 1942 nach Krasniczyn deportiert und dort vermutlich schon kurz nach ihrer Ankunft im Raum Lublin ebenso wie ihre Angehörigen ermordet. Alle wurden für tot erklärt.
Lediglich ihre ältere Schwester Fanny konnte – sicher mit Unterstützung der Eltern – etwa im Jahr 1938 nach Israel auswandern. Dort hat sie später unter dem Namen Tsipora Kempe die Gedenkseiten in Yad Vashem für ihre ermordete Familie angelegt.
Biographie erstellt September 2006, überarbeitet September 2017.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 197;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de876275 (19.05.2016).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Die Goethe-Volksschule, Klasse 8a, Frau Elisabeth Haberzettl
   
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