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Hedwig Tiefenthal, geb. Schloss

   
geboren am 04.02.1882 in Würzburg
Straße  Sterngasse 12
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatum00.00.1941
TodesortRiga
   
deportiert nach Riga am 27.11.1941, ermordet vermutlich nach dem 27.11.1941 bei Riga
Das Haus gibt es nicht mehr. Der Stein wird an einer benachbarten Stelle in der Sterngasse verlegt.
   
Hedwig Tiefenthal besuchte als gebürtige Würzburgerin die Volksschule, dann bis 1898 die Werktags- und Fortbildungsschule in ihrer Heimatstadt. Von 1897 bis 1899 war sie zunächst Lehrmädchen, später Verkäuferin in dem weit über die Stadt Würzburg hinaus bekannten Kaufhaus W. Zapff. Wohl noch vor Beginn des 1. Weltkriegs heiratete sie Eli Tiefenthal, einen Kaufmann aus Hamburg.

Anfangs mit ihm zusammen, nach der Scheidung Anfang der 1920er Jahre allein führte sie die elterliche Leder- und Altwarenhandlung in der Herzogenstraße, die sie Anfang der 1920er Jahre von ihrem Vater übernommen hatte. Allerdings dürfte sie ebensowenig wie ihr Vater in der Lage gewesen sein, ein wirklich Gewinn bringendes Geschäft daraus zu machen. Ihr Vater (gest.1932) lebte in seinem letzten Lebensjahrzehnt von einer sehr kleinen Rente; Hedwig wurde in den 1930er Jahren von der jüdischen Winterhilfe unterstützt. Ab Juni 1941 wohnte sie im "Judenhaus" Bibrastraße 6, dem ehemaligen Haus der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt.

Am 27. November 1941 wurde sie von Würzburg nach Riga deportiert, wo sie gemäß dem Gedenkbuch des Bundesarchivs "verschollen" ist.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 16000;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 519, 633;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/981995 (26.06.2016).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum
Paten Der Kreisverband Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Frau Barbara Lehrieder
   
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