Ilse Zeilberger

   
geboren am 29.08.1927 in Würzburg
Straße  Sterngasse 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortStutthof bei Danzig
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert, von dort ins Ghetto Riga und Ende 1944 in Stutthof bei Danzig ermordet
   
Ilse Zeilberger war das erste Kind von Justin Zeilberger (1896-1945), der Jüngste unter 12 Geschwistern einer großen Familie aus Ermershausen, und Lilly Zeilberger, geb. Keller (1902-1944), die aus Heßdorf stammte. Nach ihr kam der Bruder Fred (Alfred) 1929 auf die Welt. Die Familie lebte in der Sterngasse 6, wo der Vater als selbständiger Schneidermeister arbeitete.

Ilse besuchte in Würzburg die Schule. Sie erlebte, wie ihr Vater das Geschäft nach seiner Haft in Buchenwald Ende 1938 schließen musste und als Schneider für die Jüdische Kultusgemeinde arbeitete, und die Enttäuschung, dass die Rettung ihrer Familie trotz aller Anstrengungen und Hilfe der Angehörigen in den USA nicht mehr gelang.

Im Alter von 14 Jahren wurde sie am 27. November 1941 mit der Familie nach Riga deportiert. Noch drei lange Jahre ihres kurzen Lebens überlebte sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder erst im Lager Jungfernhof, dann im Rigaer Ghetto. Nach der Auflösung des Rigaer Ghettos wurde die Familie Zeilberger Ende 1944 per Schiff nach Danzig und von dort in das KZ Stutthof gebracht. Anders als in den bisherigen Lagern wurden Männer und Frauen voneinander getrennt. Die Frauen - und so auch die mittlerweile 17-jährige Ilse Zeilberger - wurden wenig später ermordet.

Ihr Vater und ihr Bruder wurden noch auf einen Todesmarsch vor der anrückenden Roten Armee getrieben und erlebten die Befreiung. Ilses Vater Justin starb aber kurz danach an Entkräftung, so dass nur ihr Bruder Fred das Grauen überlebte und über das Schicksal der Familie berichten konnte. Er hat später die Gedenkseiten für die Familie in Yad Vashem angelegt und die Fotos dort eingestellt.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akten 17864, 17866;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1923-1941;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 S. 394; T. 2, S. 417, 685f.;
Roland Flade, Die Würzburger Juden, S.362-369;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/996872 (26.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1190663&ind=6 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=604134&ind=9 (26.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg5.jpg (10.06.2016).

Foto: Fred Zeilberger.
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Herr Robert Foldenauer
   
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