Eliesabeth Heumann

   
geboren am 08.08.1936 in Würzburg
Straße  Am Pleidenturm 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.03.1944
Todesdatum00.00.1944
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 23.03.1944 nach Auschwitz und dort im selben Jahr ermordet
   
Eliesabeth Heumann und ihre Familie zählten höchstwahrscheinlich zu den Sinti, einer Teilgruppe der Roma, die in Mittel- und Westeuropa ansässig waren. Von den Nationalsozialisten wurden sie als „Zigeuner“ oder „Zigeunermischlinge“ bezeichnet und den Kategorien der „Asozialen“ und „Arbeitsscheuen“ zugerechnet, die in großer Zahl deportiert und ermordet wurden. Am 16. Dezember 1942 ordnete Heinrich Himmler an, dass alle noch im Reich verbliebenen Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert werden sollten.
Eliesabeth Heumann wurde zusammen mit ihrer Mutter und ihren fünf Geschwistern am 15.3.1944 aus ihrer Wohnung am Pleidenturm 6 abgeholt und gemeinsam mit ihren Heidingsfelder Angehörigen auf dem Hof des Polizeipräsidiums in der Ottostraße zusammengetrieben. Ihr Vater Josef war bereits drei Jahre zuvor verstorben.
Vorausgegangen war dieser Aktion ein Befehl aus Berlin, der vom Reichskriminalpolizeiamt (RKPA) erlassen worden war. Darin hieß es unter anderem: „Auf den vom RKPA für die Durchführung der Aktion übersandten Formularen waren die in Frage kommenden Zigeunermischlinge – darunter auch aus Würzburg – bereits namhaft gemacht. Die Vordrucke mussten noch […] ergänzt sowie mit dem Fingerabdruck der betreffenden Person versehen werden.“
Einen Tag später, am 16.3.1944, wurde die siebenjährige Eliesabeth mit ihrer Mutter Wilhelmine und ihren fünf Geschwistern im Alter zwischen 3 und 9 sowie einigen weiteren Angehörigen ihrer Familie nach Auschwitz deportiert, wo sie am 23.3.1944 ankamen. Eliesabeth erhielt die Gefangenennummer Z10054 und ist dort mit hoher Wahrscheinlichkeit bald nach der Ankunft verstorben, da die Überlebensbedingungen für Kinder katastrophal waren. Im März 1944 kamen neben der Familie Heumann 108 weitere sogenannte „Zigeuner“ an zwölf verschiedenen Terminen im „Zigeuner-Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau an.
   
Quelle Hauptbuch des Zigeunerlagers im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Frauen), S. 649f., in: Gedenkbuch – Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, hg. v. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, München u.a. 1993, Bd. 1, S. 674f.;
Flade, Roland, Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung der Würzburger Sinti-Familie im „Dritten Reich“, Würzburg 2008, S. 135f.;
Staatsarchiv München, Spruchkammerakten, Karton 156, Christian Blüm, Dokumente vom 14.09.1948, 20.01.1949, 24.2.1951;
Holocaust Survivors and Victims Database, https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=4850720 (07.06.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Frau Brigitte Groß
   
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