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Ernestine Hahn, geb. Frank

   
geboren am 26.07.1892 in Bonnland/Ufr.
Straße  Glockengasse 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
am 17.06.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet Die Häuser Glockengasse 1-8 gibt es nicht mehr. Alle Steine für die Opfer aus diesen Häusern werden hier an einer gemeinsamen Stelle verlegt.
   
Ernestine Hahn stammt vermutlich von Viehhändlern ab, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Bonnland ansässig waren. Im Laufe des Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Bewohner von Bonnland immer mehr zurück und 1938 wurden die letzten Bonnländer umgesiedelt, als dort ein Truppenübungsplatz bei Hammelburg errichtet worden war.
Wann Ernestine Frank nach Würzburg verzog und wann sie die zweite Ehefrau des Bäckermeisters Benno Hahn wurde, lässt sich nicht mehr ermitteln.
Als die Bäckerei ihres Mannes in der Glockengasse 4 aufgegeben werden musste, zog sie mit ihm in das jüdische Altersheim in der in der Dürerstraße 20. Ihr Mann hatte zunächst Zwangsarbeit für die Stadt Würzburg leisten müssen, bevor er im November 1941 wieder als Bäcker im Jüdischen Altersheim arbeiten konnte.
Das Ehepaar musste mehrfach Haushaltsgegenstände verkaufen, die sie in den immer beengteren Wohnverhältnissen nicht mehr brauchen konnten und die nur Lagergebühren verschlangen. Die Erlöse für diese Versteigerungen waren äußerst mager und gingen ohnehin nur auf Sperrkonten.
Zusammen mit ihrem Mann wurde sie am 17. Juni 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Biographie erstellt Juni 2007, überarbeitet Januar 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 229;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 245;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868081, (27.05.2016).
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
Paten
   
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