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Elfriede Baer, geb. Huldschiner

   
geboren am 19.08.1874 in Bozen
Straße  Ludwigstraße 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum30.03.1943
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 30.03.1943 ermordet
   
Elfriede (auch Frieda) Huldschiner wurde als drittes Kind des Bankiers Adolf Huldschiner (1831-1901) und seiner Ehefrau Johanna (1848-1915) am 29. August 1874 in Bozen geboren. Sie hatte noch drei Brüder: Arnold (1870-1959), Richard (1872-1931) und Gottfried (Jg.1882).
Im Jahre 1900 heiratete Frieda den Würzburger Kaufmann Max Baer (1869-1931), dessen Vater Sigmund (1842-1895) Rat der Handelskammer war und mit Sigmunds Bruder Julius 1869 die Kurz-, Weiß- und Wollwarenhandlung S.M.Baer gegründet hatte. Elfriedes Ehemann Max wurde Prokurist und dann Mitinhaber der erfolgreichen Firma mit Sitz in der Kaiserstraße 28.
Das Ehepaar Frieda und Max Baer hatte drei Kinder, von denen sie zwei früh verloren. Sigmund (1901-1923) und Klara (1907-1924) starben an den Spätfolgen der Spanischen Grippe. Der Sohn Adolf (Jg.1903) sollte die Familie überleben.
1932 musste Frieda einen weiteren Schicksalsschlag hinnehmen. Im Januar verstarb ihr Mann im Alter von 63 Jahren. Die Firma S.M. Baer wurde von Friedas Schwager Albert Eppstein (1868-1941) und ihrem Sohn Adolf weitergeführt. Die Witwe blieb weiterhin in der Wohnung Ludwigstraße 4 wohnen, bis sie 1934 in die Seinsheimstraße 16 und dann 1937 zu ihrem Sohn Adolf und dessen Frau Elsa (Ilse), geb. Peltersohn (1909-1982), in die Valentin-Beckerstraße 1 zog. In den Jahren 1939 bis 1941 war sie in einem der sogenannten „Judenhäuser“ in der Hindenburgstraße 14 im Adressbuch verzeichnet. Ihrem Sohn Adolf war es noch gelungen, am 7. Februar 1939 mit Frau und Sohn Martin Max (1936–2007) nach Palästina auszuwandern.
Frieda Baer musste von der Hindenburgstraße in das überfüllte Altenheim Konradstraße 3 ziehen und wurde am 23. September 1942 mit vielen anderen jüdischen Unterfranken nach Theresienstadt deportiert. Dort starb sie nur ein halbes Jahr später am 30. März 1943 an den unmenschlichen Bedingungen in Theresienstadt, wo Hunger und Krankheit herrschten. Sie wurde 69 Jahre alt.
Ihr Sohn Adolf überlebte mit seiner Familie in Palästina bzw. Israel, wo er als Gründer der israelischen Modeindustrie erfolgreich wurde. Im Jahre 1954 wurde er mit Urteil der Bundesregierung wieder in Deutschland eingebürgert. Adolf Baer ließ den Namen und die Lebensdaten seiner Mutter zum Gedenken in den Grabstein seines Vaters auf dem israelitischen Friedhof Würzburg eingravieren. Biographie erstellt September 2008, überarbeitet September 2018
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 68;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1900-1941, Grundlisten Kaiserstr. 28, Ludwigstr. 4, Seinsheimstr. 16, Valentin-Becker-Str. 1, Hindenburgstr. 14 , Einwohnermeldebögen Max Baer, Siegmund und Adolf Baer;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de836668 (09.07.2018);
Statistik und Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich, http://statistik-des-holocaust.de/II26-2.jpg (09.07.2018);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, https://www.holocaust.cz/en/database-of-victims/victim/4852-elfriede-baer/ (09.07.2018);
Genealogiedatenbank Hohenems, Jüdisches Museum Hohenems, Vorarlberg, http://www.hohenemsgenealogie.at/gen/familygroup.php?familyID=F32784&tree=Hohenems (12.06.2018).
Autorin / Autor NN, Elke Wagner
Paten Frau Waltraud Weikert
   
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