Georg Friedrich Hornung

   
geboren am 07.05.1891 in Würzburg
Straße  Sophienstraße 9
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum26.07.1941
Todesdatum19.05.1942
TodesortBerlin-Moabit
   
verhaftet am 26.07.1941, Tod in der Zelle am 19.05.1942 im Gefängnis Alt-Moabit, Berlin
   
Georg Hornung besuchte Würzburger Schulen und erhielt eine Ausbildung als Mechaniker. Er war vor seiner Emigration aus Deutschland 1933 zuletzt als Lagerverwalter einer Würzburger Möbelfirma tätig. Wichtiger als seine beruflichen sind ohne Zweifel seine politischen Aktivitäten.

Georg Hornung war spätestens seit dem Ende des Ersten Weltkriegs, in dem er zuletzt zum Jagdflieger aufstieg, Kommunist. Er setzte sich voll und ganz für seine politischen Überzeugungen ein. 1919 gehörte er zu den Aktivisten, die eine Räterepublik in Würzburg etablieren wollten, mit diesem Vorhaben aber scheiterten. Es scheint sicher zu sein, dass er es war, der einen Wahlkampfauftritt Hitlers in Würzburg am 12. Oktober 1932 durch Lahmlegung der Stromleitung sabotierte. Schon unmittelbar nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten konnte Georg Hornung als stadtbekannter kommunistischer Agitator in seiner Heimatstadt seines Lebens nicht mehr sicher sein. Mit Hilfe seines Schwagers und seiner Schwägerin, die bei einem Zirkus angestellt waren, gelang ihm noch 1933 die Flucht in die Tschechoslowakei. Von dort versuchte er, den Widerstand gegen die NS-Regierung zu organisieren, was sich aber als sehr viel schwieriger herausstellte als gedacht.
Die Mitglieder der von ihm von dort aus ins Leben gerufenen Widerstandsbewegung, unter ihnen sein Sohn Erich, wurden sämtlich gefasst und zu Gefängnis- und KZ-Strafen verurteilt. Um seine Aufenthaltsgenehmigung zu sichern, belieferte Georg Hornung den tschechischen Nachrichtendienst mit Informationen über Militärstationierungen und Baumaßnahmen in Deutschland, wobei er aber im Grunde nur das berichten konnte, was jedem sorgfältigen Beobachter des öffentlichen Lebens bekannt war. Über wirklich bedeutende und geheime Informationen verfügte er nicht. Trotzdem war es nicht zuletzt diese Tätigkeit, die nach seiner Auslieferung an das Deutsche Reich 1941 dazu diente, das Todesurteil gegen ihn zu begründen. Zwar war ihm kein Landesverrat nachzuweisen, aber die "jahrelange illegale Tätigkeit des Angeklagten für die KPD war geeignet, so schwere Gefahren für die innere Sicherheit des Reiches herbeizuführen ..., dass nur die Ausmerzung des Angeklagten ... dem Schutzbedürfnis des deutschen Volkes Genüge tun kann." So hieß es in der Urteilsbegründung gegen einen Mitangeklagten, dessen Anklage praktisch identisch mit derjenigen gegen Hornung war.

Als am 3. Oktober 1936 Hornungs Aufenthaltsgenehmigung in der Tschechoslowakei auslief, ging er nach Spanien, um die spanische Republik im Kampf gegen den Faschismus zu unterstützen. Als Offizier gehörte er einer berühmten, aus deutschen Emigranten gebildeten Einheit an. Später wurde er - trotz eines ihm zunächst angelasteten schweren Verlustes an Mannschaften im Gefecht - als Major von der spanischen Armee übernommen. 1938 ging unter Georg Hornungs Kommando der erste Sanitätszug mit Verwundeten der "Internationalen Brigaden" nach Frankreich. Hornung wurde als unerwünschter Ausländer interniert und - nachdem er sich weigerte, der Fremdenlegion beizutreten - am 26. Juli 1941 an Deutschland ausgeliefert.

Nach langen Verhören durch die Gestapo im Landgerichtsgefängnis Nürnberg wurde er schließlich an den "Volksgerichtshof" in Berlin überstellt. Am Tag vor der Verkündung des als sicher zu erwartenden Todesurteils endete sein Leben unter nicht geklärten Umständen in seiner Zelle im Gefängnis Alt-Moabit.
   
Quelle Leo H. Hahn, Der Hornungs "Schorsch". Jagdflieger, Revolutionär und Freiheitskämpfer. Ein Würzburger Kommunist im Kampf gegen den Faschismus. (2008)
Autorin / Autor Hans-Peter Baum
Paten Herr Leo Hahn, Frau Anni Hahn
   
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