Helene Abraham

   
geboren am 31.05.1867 in Würzburg
Straße  Friedenstraße 36
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum20.10.1942
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 20.10.1942 ermordet
   
Helene Abraham wurde als zweites Kind des Metallwarenhändlers und Kaufmanns Albert Abraham (1836-1926) aus Sulzburg/Baden und seiner aus einer Würzburger Bankiersfamilie stammenden Frau Mathilde, geb. Frank (1834-1894) am 31. Mai 1867 in Würzburg geboren. Ihre Geschwister Charlotte und Gustav kamen im Jahre 1866 bzw. 1870 ebenfalls in Würzburg zur Welt.
Helene erhielt wie ihre Schwester eine Ausbildung als Lehrerin. Sie war Industrielehrerin, später lautete die Bezeichnung Handelslehrerin und Lehrerin für Zeichnen und Handarbeit an der Jüdischen Volksschule in Würzburg.
1917 zogen Helene und ihre Schwester Charlotte, die zuvor in der Sophienstraße 18 gewohnt hatten, mit dem Vater in die Friedenstraße 36. Die beiden Schwestern kümmerten sich um ihren verwitweten Vater bis zu seinem Tode 1926. Seit 1922 untervermieteten sie an Studenten, Studentinnen, manchmal Lehrmädchen und auch Kaufleute Zimmer, so dass immer buntes Leben bei den ledigen Schwestern war.
1932 wurde Helene in den Ruhestand versetzt. In diesem Jahr kam auch ihr Bruder Gustav, nachdem er 1890 aus Würzburg weggegangen war, wieder zurück und bezog eine Wohnung an der Juliuspromenade. Beide Schwestern blieben bis 1937 in der Friedenstraße 36 wohnen. Danach zog Helene Abraham zusammen mit ihrer Schwester Charlotte in eine Parterrewohnung in der Friedensstraße 28. Ab 1939, nun 72-jährig, lebte Helene Abraham in den überfüllten jüdischen Altersheimen von Dürerstraße 20 und ab August 1940 in der Konradstraße 3. Von dort wurde sie zusammen mit ihrer Schwester in der letzten großen Deportation aus Unterfranken am 23. September 1942 nach Theresienstadt verbracht, wo sie am 20. Oktober 1942 umkam, sieben Tage nach ihrer Schwester Charlotte.
Der Bruder Gustav wurde, da er mit einer Nichtjüdin verheiratet war, nicht deportiert, sondern musste ab Ende Januar 1942 wie andere in Mischehen lebende Juden ins Ghettohaus Domerschulstr. 25 ziehen. Gustav Abraham starb zwischen 1942 und 1945. Sein Grab ist auf dem Jüdischen Friedhof in Heidingsfeld ohne jedwede Daten.
   
Quelle Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1890-1940; Grundlisten Friedenstr. 36 und Juliuspromenade 5;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 46;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de827671 (17.11.2015);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/3741-helene-abraham/ (17.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-1.jpg (10.06.2016).
Autorin / Autor GG, Elke Wagner
Paten Frau Ilse Schrick
   
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