Stefan Heinz Neumann

   
geboren am 10.02.1929 in Würzburg
Straße  Rotkreuzstraße 13 1/2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortbei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe bald darauf ermordet
   
Stefan Neumann kam am 10. Februar 1929 als einziger Sohn von Julius Neumann (1891-1941) aus Schöllkrippen und Margarete, geb. Lein (1903-1941) auf die Welt. Während Vater Julius aus einer Viehhändlerfamilie stammte, führten seine Großeltern Heinrich und Adelheid Lein, geb. Rosenbaum eine gut gehende Kleiderfabrik in Würzburg.
Stefans Eltern hatten 1927 geheiratet und sein Vater, von Beruf Kaufmann, war danach zusammen mit seiner Schwiegermutter Adelheid Lein (1879-1943) als Teilhaber und Geschäftsführer in der Firma von Margas Eltern tätig, die zuletzt unter dem Namen Lein & Co firmierte.
Stefan besuchte die jüdische Volksschule. Im Jahr 1936 zeigte sich bei seiner Mutter eine psychische Erkrankung, wegen der sie sich bis mindestens Ende 1938 in der Nervenheilanstalt in Lohr aufhielt. In dieser Zeit wurde Stefan von seiner Großmutter versorgt, die mit ihnen zusammen in der Rotkreuzstraße 13 ½ lebte. In den 1930er Jahren war auch die wirtschaftliche Lage der Familie immer bedrängter geworden. Durch die Kampagne der Nazis, nicht bei Juden zu kaufen, wurden die Geschäfte der Firma immer schlechter und Julius Vater konnte die Familie nur noch durch Zuschneiderei für Emigranten über Wasser halten.
Ende 1938 wurde sein Vater im Zuge des November-Pogroms verhaftet und in Buchenwald inhaftiert. Danach wurde die Firma Ende 1938 aufgelöst und die Familie musste in immer beengtere Verhältnisse umziehen, zuerst in die Hindenburgstraße 36, später in die Friedenstraße 26. Sein Vater hatte noch versucht, die Familie zu retten und war im Mai 1939 nach Kuba gereist, von wo aus er in die USA einwandern wollte, um dann seine Familie nachzuholen. Die Einreise nach Kuba misslang, das Schiff musste wieder umkehren und der Vater gelangte wieder nach Würzburg.
Am 27. November 1941 wurde Stefan Neumann zusammen mit seinen Eltern in das Lager Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe ebenso wie seine Mutter bald darauf ermordet. Sein Vater wurde noch ins Lager Kowno/Kauen und von dort im August 1944 ins KZ Dachau verschleppt, wo er am 17. November 1944 starb. Seine Großmutter Adelheid Lein kam im Ghetto Theresienstadt im Januar 1943 um.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 8589, 5900;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1935-1940;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 339, 409 f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/936707 (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg4.jpg (07.06.2016).
Autorin / Autor GG, Ingrid Sontag
Paten
   
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