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Philippine Grünbaum, geb. Sondheimer

   
geboren am 26.08.1861 in Lendershausen/Ufr.
Straße  Seelbergstraße 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum03.01.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 03.01.1943 ermordet
   
Philippine Sondheimer wurde in Lendershausen bei Hofheim (Unterfranken) geboren. Sie war die Tochter des Kaufmanns Salomon Sondheimer (Jg.1824) und seiner Ehefrau Regine, geb. Sichel, (1823-1911) aus Veitshöchheim. Die Eltern hatten im Jahr 1850 geheiratet. Vor Philippine waren die Schwestern Fanny, verh. Sussmann (1857-1940) und Rosalie, verh. Reis (1859-1933?) zur Welt gekommen.
Philippine heiratete 1885 in Würzburg den Kaufmann Siegmund Grünbaum (1854-1930), der aus dem thüringischen Ort Geisa stammte und seit 1883 in Würzburg ansässig war. Ihr Mann war Inhaber des Damen-Konfektionsgeschäfts „Josef Oppenheimer“ an der Ecke Blasiusgasse/Schmalzmarkt.
Im August 1886 wurde die Tochter Hedwig geboren und im Jahr 1889 der Sohn Josef. Während die Tochter das Mädchengymnasium Sophienschule in Würzburg absolvierte, begann Josef nach dem Gymnasium mit dem Studium der Juristerei und schlug eine Laufbahn im Staatsdienst ein, wo er in verschiedenen Positionen in Unterfranken tätig war.
Nach dem Verkauf des Geschäfts nach 1900 war ihr Mann im Ruhestand und gehörte zwei Jahrzehnte dem Vorstand der IKG Würzburg an.
Die Tochter Hedwig heiratete 1906 den Holzhändler Max Fleischmann. Beide Kinder konnten rechtzeitig emigrieren: Hedwig wanderte im Dezember 1938 mit Mann und zwei Töchtern nach Madras in Indien aus, Josef im Jahr 1939 mit Ehefrau und zwei Kindern nach England.
Nach dem Tod ihres Mannes im September 1930 lebte Philippine weiter in der Seelbergstraße 6, 1938/39 dann in der Seelbergstraße 5. Sie engagierte sich im jüdischen Kulturbund. Ab April 1939 wurde Philippine Grünbaum im Jüdischen Altersheim in der Konradstraße 3 untergebracht.
Am 23. September 1942 wurde die über 80-jährige Frau nach Theresienstadt deportiert. Dort starb sie als Folge der unsäglichen Lebensbedingungen schon nach wenigen Monaten am 3. Januar 1943.

Biographie erstellt September 2009, überarbeitet Februar 2018
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 150, 209, 210, 567, 568;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de879760 (27.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/13073-philippine-gr-nbaum/ (27.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern. Nürnberg – Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-8.jpg (27.05.2016);
Lendershausen Births Registry 1811/1875, Marriages Registry 1813/1872; Alemannia Judaica Hofheim, Lendershausen;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1830-1941;
1939 German Minority Census; Tracing the past (3.2.2018);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Philippine Grünbaum und ihre Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (3.2.2018).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Frank Hitzler-Schmalisch
   
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