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Blanka (Beate) Grünebaum

   
geboren am 27.09.1910 in Großkarben
Straße  Kartause 9 1/4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatum00.00.1942
TodesortRiga
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga und dort vermutlich 1942 ermordet
   
Blanka oder eigentlich Beate Grünebaum wurde am 27. September 1910 im hessischen Großkarben geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Max Grünebaum und seine Frau Rosa, geb. Oppenheimer.
Die Familie lebte seit 1909 in der Bahnhofstraße 20 in Großkarben. 1934 starb Blankas Vater. Nach den brutalen Übergriffen während des Novemberpogroms 1938 verließen Blanka und ihre Mutter noch im selben Monat die hessische Kleinstadt und zogen zu Rosas Schwester Berta Wolf nach Würzburg. Dort lebten sie ab Dezember 1938 in der Kartause 9 ¼.
In Würzburg arbeitete Blanka Grünebaum wie zuvor schon in Großkarben als Hausangestellte. Am 27. November 1941 wurde die Einundzwanzigjährige zusammen mit ihrer Mutter über Nürnberg nach Riga deportiert. Im Außenlager Jungfernhof erlagen die beiden Frauen im Winter 1941/42 den unsäglichen Lebensbedingungen oder wurden Opfer der Massenerschießungen im Wald von Bikernieki. Als junge Frau könnte Blanka auch zur Zwangsarbeit im Raum Riga herangezogen worden und dabei spätestens bis zum Sommer 1944 ums Leben gekommen sein.
Spätere Angaben von Verwandten, Beate sei mit ihrer Mutter auf der Flucht nach Westen gewesen und in den Pyrenäen von Wehrmachtssoldaten erschossen worden, sind vor diesem Hintergrund als unwahrscheinlich zu bezeichnen.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 211;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de880206 (22.4.2016);
Herbert Schott u.a. (Hg.), Wege in die Vernichtung. Die Deportation der Juden aus Mainfranken 1941-1943. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Würzburg und des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Unterfranken, München 2003, S. 91;
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 267-270.
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 276-283.
Andrej Angrick/ Peter Klein, Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941-1944, Darmstadt 2006, S. 214-226, 342-345.
Margers Vestermanis, Über die Gedenkstätte der Naziopfer im Wald von Bikernieki, Riga, und zur Geschichte dieses Ortes, in: Lettischer Bote 175 (2010), übersetzt von Martin Grahl, http://www.volksbund.de/partner/deutsches-riga-komitee/ueber-die-gedenkstaette-der-naziopfer-im-wald-von-bikernieki.html (17.01.2016)
Statistik des Holocaust: http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg7.jpg (17.01.2017);
Yad Vashem: http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=Grünebaum&s_firstName=Beate&s_place=&itemId=3627904&ind=2&winId=8689206154744813460 (08.06.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten
   
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