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Gertrud Hahn

   
geboren am 15.10.1926 in Würzburg
Straße  Semmelstraße 69
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 17.06.1943 nach Auschwitz und dort ermordet
   
Gertrud Hahn wurde am 15.10.1926 als einziges Kind des Versicherungskaufmanns Alexander Hahn und seiner Frau Henriette, geb. Schloss geboren. Sie trug den Vornamen ihrer Großmutter väterlicherseits. Gemeinsam mit ihren Eltern lebte sie in der Semmelstraße 69. Nur noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten standen ihr für ihre Schul- und Berufsausbildung an der Jüdischen Volks-und Berufsschule offen. Sie entschied sich für eine Ausbildung zur Hausangestellten – ein Beruf, der im Hinblick auf eine Emigration sehr nützlich war. Die Bemühungen ihrer Eltern um eine Auswanderung scheiterten jedoch. So arbeitete Getrud schließlich in der Sammelunterkunft in der Bibrastraße 6. Hier wohnte die Familie auch seit dem März 1942, nachdem sie ihre Wohnung in der Semmelstraße hatte verlassen müssen.
Der drohenden Deportation nach Theresienstadt im September 1942 entging Gertrud Hahn aufgrund einer schweren Krankheit. Ihre Eltern und der Leiter der Jüdischen Geschäftsstelle in Würzburg, Iwan Schwab, intervenierten erfolgreich bei den Behörden, so dass sie gemeinsam mit ihren Eltern in Würzburg bleiben und in einer Klinik medizinisch behandelt werden konnte.
Ein Dreivierteljahr später wurde die dreiköpfige Familie dann jedoch mit den letzten Würzburger Juden, die nicht in Mischehe lebten, am 17.6.1943 nach Ausschwitz deportiert. Hier erfolgte keine Registrierung mehr, so dass davon auszugehen ist, dass Gertrud Hahn mit ihren Eltern unmittelbar nach der Ankunft ermordet wurde.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 228f.;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 240;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de831700 (27.05.2016);
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 280-284;
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 294.
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Die JuSos Würzburg, Herr Stefan Albrecht
   
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