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Kurt Sußmann Heinemann

   
geboren am 27.01.1925 in Würzburg
Straße  Augustinerstraße 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortStutthof
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga, weiter deportiert nach Stutthof und dort ermordet
   
Kurt Heinemann war das erste Kind aus der Ehe Arnold Heinemanns (1876-1941/44) mit Frieda geb. Wolff (1893-1941/44) und wurde am 27. Januar 1925 in Würzburg geboren. Seine ältere Halbschwester Berta (1922-1941/44), entstammte der ersten Ehe seines Vaters. Seine jüngere Schwester Inge (1926-1941/44) wurde ein Jahr nach ihm geboren. Die Familie wohnte zunächst in Poppenlauer und zog 1929 nach Würzburg in die Augustinerstr. 4. Sein Vater eröffnete einen Großhandel für Tabakwaren, der sich nicht lange hielt, und arbeitete später als Vertreter.
Kurt besuchte die Jüdische Volks- und Berufsschule. Über die Art seiner Ausbildung oder sonstige Tätigkeiten ist nichts bekannt, er wird in der Deportationsliste als Hilfsarbeiter bezeichnet. Denn zuletzt wurde Kurt zur Zwangsarbeit verpflichtet. 1939 bemühte sich sein Vater vergeblich um die Ausreise für ihn und die Familie über England nach New York.
Am 27.11.1941 wurde Kurt mit seiner Familie vom sogenannten „Judenhaus“ in der Bibrastraße 17, in das die Familie wenige Monate vorher hatte umziehen müssen, über Nürnberg nach Riga in das Außenlager Jungfernhof deportiert. Seine Eltern und seine Schwestern starben dort wohl aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen oder bei den Massenerschießungen im Wald von Bikernieki am 26. März 1942, genaue Daten sind jedoch nicht bekannt. Vermutlich wegen seines jungen Alters und seiner körperlichen Konstitution wurde Kurt dagegen zur Zwangsarbeit im Raum Riga herangezogen. Er war also vielleicht in Salaspils, eher wohl im Ghetto Riga und danach im KZ Riga-Kaiserwald eingesperrt. Am 9. August 1944 wurde er mit anderen Häftlingen wegen der herannahenden sowjetischen Truppen in das Konzentrationslager Stutthof in der Nähe von Danzig verlegt. Er starb hier oder auf einem der Todesmärsche Richtung Westen, auch sein Todesdatum ist nicht bekannt.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, Bd. 1, S. 249;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 847;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de856260 (25.4.2016);
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 267-270.
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 276-283.
Andrej Angrick/ Peter Klein, Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941-1944, Darmstadt 2006, S. 214-226, 342-345.
Margers Vestermanis, Über die Gedenkstätte der Naziopfer im Wald von Bikernieki, Riga, und zur Geschichte dieses Ortes, in: Lettischer Bote 175 (2010), übersetzt von Martin Grahl, http://www.volksbund.de/partner/deutsches-riga-komitee/ueber-die-gedenkstaette-der-naziopfer-im-wald-von-bikernieki.html (17.01.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Herr Dr. Matthias Bartsch, Frau Ursel Bartsch
   
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