Inge Heinemann

   
geboren am 17.02.1926 in Würzburg
Straße  Augustinerstraße 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga und vermutlich dort ermordet
   
Inge Heinemann war das zweite Kind aus der Ehe Arnold Heinemanns (1876-1941/44) mit Frieda geb. Wolff (1893-1941/44). Sie wurde am 17. Februar 1926 in Würzburg geboren, ihr Bruder Kurt (1925-1944/45) war ein Jahr älter als sie. Ihre ältere Halbschwester Berta (1922-1941/44) entstammte der ersten Ehe ihres Vaters. Die Familie wohnte in Poppenlauer und zog 1929 von dort nach Würzburg in die Augustinerstr. 4. Ihr Vater eröffnete einen Großhandel für Tabakwaren, musste aber schon nach kurzer Zeit umsatteln und war dann als Vertreter tätig. Inge besuchte wie ihr Bruder die Jüdische Volks- und Berufsschule in Würzburg, bevor sie als 15-Jährige im April 1941 den Hauswirtschaftskurs der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg mit einem Zeugnis beendete. Ein Praktikum im Jüdischen Altersheim in Würzburg schloss sich an.
Am 27.11.1941 wurde Inge Heinemann gemeinsam mit ihrer Familie, mit der sie seit Juni des gleichen Jahres im „Judenhaus“ in der Bibrastraße 17 gelebt hatte, über Nürnberg nach Riga deportiert. Wie ihre Eltern und ihre Halbschwester Berta überlebte sie wohl die unmenschlichen Bedingungen dort oder die Massenerschießungen im Wald von Bikernieki im März 1942 nicht. Einzig ihr Bruder Kurt leistete Zwangsarbeit im Raum Riga und wurde erst knapp drei Jahre später ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig verlegt und dort oder auf dem Todesmarsch nach dem 9. August 1944 ermordet.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, Bd. 1, S. 249;
Staatarchiv Würzburg, Gestapoakte 845;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de856209 (25.4.2015);
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 267-270.
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (II), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 276-283.
Andrej Angrick/ Peter Klein, Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941-1944, Darmstadt 2006, S. 214-226, 342-345.
Margers Vestermanis, Über die Gedenkstätte der Naziopfer im Wald von Bikernieki, Riga, und zur Geschichte dieses Ortes, in: Lettischer Bote 175 (2010), übersetzt von Martin Grahl, http://www.volksbund.de/partner/deutsches-riga-komitee/ueber-die-gedenkstaette-der-naziopfer-im-wald-von-bikernieki.html (17.01.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Herr Dieter Höck
   
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