Therese Eugenie Schwabacher, geb. Haas

   
geboren am 01.04.1875 in Mainz
Straße  Sebastianisteig 2
Stadtteil Steinbachtal
Deportationsdatum10.09.1942
Todesdatum16.08.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 10.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 16.08.1943 ermordet
   
Therese Haas wurde 1875 als Tochter des Mainzer Weinhändlers Isidor Haas und seiner aus Worms stammenden Frau Lina, geb. Kuhn (1839 – 1916) in Mainz geboren. Ihre Schwester Johanna kam ein Jahr nach ihr in Mainz zur Welt. 1877 bereits starb der Vater der beiden Mädchen. Therese Schwabacher heiratete 1898 den angesehenen Würzburger Weinhändler Albert Schwabacher (1859-1931). 1906 zog die Mutter aus Mainz zu ihr nach Würzburg. Das Ehepaar adoptierte 1916 den Sohn Harald Gosling bzw. Schwabacher (Jg. 1910) aus Radebeul, der später Wehrmachtsangehöriger und 1942 in Schweinfurt stationiert war. Die Mutter war zur evangelischen Konfession übergetreten, der auch der Sohn angehörte. Nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 1931 war die „Geheime Komerzienratswitwe“ im eigenen Anwesen Sebastianisteig 2 ansässig. Dem Sohn, der inzwischen wieder den Namen Gosling angenommen hatte, überschrieb sie 1938 dieses Anwesen ebenso wie ihren weiteren Grundbesitz. Er verpflichtete sich 1941 zur lebenslangen Unterhaltszahlung, um der inzwischen mittellosen Therese Schwabacher einen Platz im jüdischen Altersheim zu finanzieren.

Von hier aus wurde sie am 10. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 16. August 1943 ermordet wurde.

Im Oktober 1943 forschten die Würzburger Behörden nach, ob Therese Schwabacher noch am Leben sei. Der Grund: Ihre Unterhaltsansprüche waren nach Einziehung ihres Vermögens anlässlich der „Übersiedlung“ nach Theresienstadt an den Staat übergegangen und der wollte sie für die Zeit ihres restlichen Lebens geltend machen.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 13880;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 226; T. 2, S. 531;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/969768 (23.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1417288&ind=1 (23.06.2016).
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
Paten Die KDSTV Markomannia
   
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